Teil VII: Die enge und die weite Welt


Es mußte im Interesse aller im deutschen Sprachraum tätigen Regierungen sein, der Industrialisierung und der damit verbundenen weiträumigen wirtschaftlichen Tätigkeit nicht zu viele Hemmnisse in den Weg zu legen; andererseits mochte man den Bürgern die 1848 geforderten freieren gesellschaftlichen Zustände noch nicht gönnen. Literatur und der immer wichtigere Journalismus strebten nach einer Aufweichung des Obrigkeitsstaates — staatsfromme Literatur gab es daneben auch, gerade im Blumenorden —, während gerade die traditionell denkenden Bürger die Schattenseiten der liberalen Wirtschaft und der technischen Neuerungen bemerkten. Daneben gab es — gerade im Blumenorden — auch Fortschrittsgläubige. Manchmal trafen sich die Gegensätze zwischen Internationalität und Dorfidylle, treudeutscher Biederkeit und Technokratenwillkür, Nationalismus und regionalem Selbstverständnis, Fernreisen mit neuesten Verkehrsmitteln und Mittelalterschwärmerei in ein- und derselben Person. Der Blumenorden hatte 1853 seine Satzung im wesentlichen nur dadurch etwas verändert, daß man einige Fremdwörter durch deutsche ersetzte; zu einer Satzung im Sinne eines allgemein gültigen Vereinsrechts kam es erst viel später. Doch verschob sich, vielleicht unter dem Einfluß des Literarischen Vereins, dem ja mehrere Mitglieder gleichzeitig angehörten, die Wirksamkeit mehr und mehr ins Öffentliche, und weder die Grenzen Nürnbergs noch Bayerns waren auf die Dauer die Grenzen der Wahrnehmung und des Wahrgenommen-Werdens. Als der Literarische Verein austrocknete, war der Blumenorden dazu bereit und fähig geworden, dessen aktive Mitglieder aufzunehmen und dessen Tätigkeit fortzusetzen.


Die Ära Kreß geht zu Ende

Einschub: Höchster Besuch im Irrhain


Zwischenakt

Die sich fortbildenden Gebildeten

Schillerfeiern

Ein neuer Kern aktiver Mitglieder kündigt sich an

Immer mehr prominente Mitglieder

Unerwünschte Berühmtheit des Irrhains

Mitgliederpolitik, fortgesetzt

Notdürftigste Reparaturen am Irrhain


Bis zur Vereinigung mit dem Literarischen Verein