Teil VIII: Entfaltete Bürgerlichkeit


Die sogenannte Gründerzeit ergab sich aus mancherlei großräumigen Beziehungen und Überwindungen bisheriger Grenzen, aber auch durch eine bisher kaum gekannte staatliche Regelungsaktivität, die zunächst die erwünschte Rechtssicherheit schuf. Worüber der Bürger des 21. Jahrhunderts die Augen verdreht, das begrüßte der des 19. mit Hoffnungsfreude und paßte sich gerne an. Doch so, wie die wirtschaftliche Entwicklung erst überhitzte und dann in eine Pleitenserie abrutschte, ging es bei der Gestaltung und mit den Erfolgen des kulturellen Vereinslebens: die Nachfrage hielt mit dem Angebot nicht Schritt. Auch der Pegnesische Blumenorden, der seine Mitgliederzahl durch den Anschluß des Literarischen Vereins fast verdoppelt hatte, kämpfte mit sinkenden Besucherzahlen seiner öffentlichen Veranstaltungen, hatte darüberhinaus die jahrzehntelange Vernachlässigung des Irrhaines aufzuarbeiten und steuerte mit mehr Glück als Verstand einem für seine Verhältnisse gigantischen Jubiläumsbetrieb zu. Gut, daß geistige Güter oft umsonst zu haben sind und bei Nichtgefallen wenigstens nicht kostspielig auf der Halde verrotten. Genauer gesagt, hätte etwas derartiges schon eintreten können, wenn man nach dem Vorbild des Literarischen Vereins ein regelmäßiges Jahrbuch veröffentlicht oder gar einen eigenen Verlag gegründet hätte. Man war aber klug genug, diesen Versuch über die ersten Anläufe nicht fortzusetzen. Es ist ein Mirakel, wie es gelang, die gewaltigen Ausgaben für das Gedenkjahr 1894 abzufangen, und der Blumenorden stand mit diesem Jahre so ansehnlich da wie selten in seiner Geschichte. Jedenfalls in Nürnberg.


Versammlungsort wechselnd


Endlich ein richtiger Verein!

Pflege des Irrhains

Die bunte Mischung

Sprachpflege ohne Einmischung

Finanzielle Erwägungen

Vorbereitungen zum Jubiläum des 250jährigen Bestehens

Personen und Persönlichkeiten

Das Jubiläumsjahr

Nachklänge