Hinterher-Reparieren im Irrhain

Irrhainpfleger war derzeit Friedrich Trost der Jüngere. Er hatte eigentlich genug Geld zur Verfügung, denn das Ordensvermögen war von 277,80 beim Rechnungsabschluß im Jahr 1925 auf etwa 1200 Mark im Jahre 1943 angewachsen. Aber das Problem war ja nicht das Bezahlen, sondern das Bekommen.

Nürnberg, 3. Juli 1941
Lieber Herr Professor Schmidt!
Ich darf Sie sehr bitten, am Sonntag zum Irrhainfest reichlich Geld mitzubringen, damit für die Irrhain-Reinigung (Frau Beck) Zaun-Reparaturen, Blumen, Herr Hofer usw. gleich bezahlt werden kann. […] Die Leute freuen sich auch, wenn sie nach langem Arbeiten Geld sehen, sonst warten sie mir nicht mehr so freundlich auf. […] (Vielleicht 150-200 M). Eine Seyschab-Rechnung wird es nicht geben, da er absolut keine Zeit hatte. Es diente mir da freundlicherweise ein Kraftshofer Mann, der viele Stunden im Irrhain arbeitete und seine Rechnung dabei haben wird. […]
Friedr. Trost d.J. […]

Einladung zum Irrhain-Sommertreffen 1941,
das auch in diesem Jahr als einfaches Familienfest für die Mitglieder abgehalten wird, am
Sonntag, den 6. Juli
nachmittags ab 15 Uhr.
Festfolge:
Begrüßung durch die Ordensleitung.
Gg. Türk spricht sein „Irrhainlied“.
Marg. Ungemach trägt eigene Gedichte vor.
[…]
Bei ungünstiger Witterung findet das Fest in der Gaststätte Ulm in Kraftshof statt. Die Mitglieder werden gebeten Lebensmittelmarken und auch selbst Mundvorrat mitzubringen.

Weihnachtspostkarte, 5. 12. 41
[…] Vor 14 Tagen war ich [Trost] im Irrhain u. habe alle Verwüstungen natürlich gesehen. [Der Bombenangriff, in dem Kraftshof verwüstet wurde, war erst 1943. Es kann aber sein, daß bei dem Angriff vom 6. Mai 1941, der Neunhof beschädigte, eine Bombe sich in den Irrhain verirrt hatte. Oder handelte es sich bereits um Vandalismus?] Überall versuchte ich, das Notwendige z. machen, beim Zimmermann, beim Forstverwalter durch einen Waldarbeiter, bei einem Helfer, der mit mir heuer dort arbeitete. Niemand hat Zeit oder ist krank. Ich kann da leider nichts mehr tun in der Kälte. […] Baron v. Scheurl habe ich damals davon erzählt, dann muß man es eben vorläufig so lassen, meinte er. […]

Das ist die Antwort eines zutiefst müden Mannes.

Sommeransage 1942 — Mai, Juni — Juli.
[…] Das Irrhainfest muß wegen großer Verkehrsschwierigkeiten in diesem Kriegsjahr leider ausfallen. Die Mitglieder werden aber gebeten, trotzdem dem Hain die Treue zu halten und mit ihren Familien dort Erholung zu suchen.

In der zweiten Schachtel der Archivnummer 59 befindet sich der undatierte Entwurf eines Ehrenbriefes an Oberforstverwalter Albrecht, in dem ihm für 25jährige Betreuung des Irrhains gedankt wird und er gebeten wird, die „Würde“ des 1. Irrhainpflegers anzunehmen. Gemäß Stammliste war das 1944. Es diente wohl zur Rückversicherung bei den Behörden, denn Trost war weiterhin tätig, wohl als Zweiter und eigentlich geschäftsführender Irrhainpfleger:

Nürnberg, 1. 6. 44
Lieber Herr Ordensbruder!
Der Zaun im Irrhain ist fertig. […] Es ist ein lieber, älterer Zimmermstr. G. Siebentritt, ich habe mit ihm gespr. er sorgt f. d. Irrhain u. macht jetzt oder setzt i. Stand 3 Bänke u. Tische, damit er ordentlich aussieht, wenn jemand hinaus kommt. Die schadhaften Denkmäler wird H. Maurermeister Brunner aufrichten. […]
Friedr. Trost d. J. u. Frau

Nürnberg, 1. August 1944
[…] Aber es sieht schon gut aus i. Irrhain, das Küchenhäusle bezw. das Dach davon ist mit neuen Brettern u. neuer Dachpappe gedeckt. […]