Der Irrhain wird zum Ausflugsziel
 
Das erste Anzeichen dafür, daß statt einer Vielzahl von Hütten einzelner Mitglieder samt einer Gesellschaftshütte auf lange Sicht nur mehr die Gesellschaftshütte übrigbleiben werde, gab Colmars Reaktion auf den Sturm, der seine Hütte niederriß — das für ihn typische resignierte Zurückweichen. Am 13. Mai 1822 gab er zu Protokoll, „daß er nicht mehr Willens sey, eine neue Hütte wieder aufbauen zu lassen, und daß er deswegen den Platz, wo dieselbe bisher gestanden, dem Orden zurückgebe, um solchen an ein anderes Mitglied zu verleihen, oder ihn sonst nach Gefallen bearbeiten zu lassen. […]” Außerdem wolle er „zu dankbarer Anerkennung seines bisherigen Besitzes so wie zu den Kosten der Baulichkeiten dem Blumenorden ein Geschenk mit acht Kronenthalern machen. […]”

Ob die neue Gesellschaftshütte auf dem Grund der abgegangenen Colmar'schen Hütte gebaut wurde, ist nicht nachzuweisen, aber jedenfalls wurde sie 1822 errichtet. Wegen dieser und anderer Kosten für Maßnahmen im Irrhain scheiterte sogar der Vorstoß, den Jahresbeitrag, der 1817 verdoppelt worden war, wieder zu halbieren.



Wenn auch diese Darstellung erst 22 Jahre später verfertigt wurde, so war doch die Gesellschaftshütte von 1822 bereits auf demselben  Ort errichtet worden. Links davon ist der Beginn eines Weges zu erkennen, der noch von Mitgliederhütten gesäumt scheint. Fest eingerammte Bierbänke und -tische zwischen den Denkmälern laden nicht nur Ordensmitglieder zum Verweilen oder sogar Essen und Trinken ein.
 

 
Die Gesellschaftshütte von 1822 folgte, wie wir weiter unten belegt sehen werden, in ihrer Bauweise mehr oder weniger den Empfehlungen, welche Kress in Form seiner Aquarelle gegeben hatte. Dagegen findet sich im Archiv eine undatierte Entwurfzeichnung, und zwar nicht, wie die anderen Abbildungen, in Archivschuber 54, dem für Irrhainangelegenheiten, sondern in 104 d. Sie zeigt eine offene Bauweise mit einem diagonal gekreuzten Lattengeflecht statt fester Wände, wie es auch auf Georg Christoph  Wilders Bleistiftzeichnung und dem daraus hervorgegangenen Stich von 1844 deutlich erkennbar ist. Es muß also vor dem Jubiläumsjahr 1844 ein Ersatzbau auf der Grundlage obiger Entwurfszeichnung errichtet worden sein.