Finanzielle Erwägungen

Nach der Vereinigung mit dem Literarischen Verein, der etliche vermögende Mitglieder hatte, sah es zuerst einmal mit den Finanzen des Blumenordens gut aus:

„Freitag 19. März 1875
Punkt neun Uhr wird die Versammlung eröffnet.
1) Herr Cassier Bull bringt zur Kenntnißnahme
a) daß, die Beiträge sämmtlich erhoben seien und dabei die angenehme Wahrnehmung bekannt machen müsse, keiner der 135 Mitglieder ist ausgetreten! […]“

Dabei blieb es nicht. Anscheinend wurde auch ein wenig sorglos gewirtschaftet, vor allem beim Irrhainfest. Für die Mitwirkenden des Irrhainspieles 1876 wurde dreimal ein „Omnibus“, ein pferdegezogener Wagen für mehrere Fahrgäste, um 48 Mark gemietet, die Kostüme kamen auf 80, die Musik kostete 50 M; am 30. Juni 1876 stellte man eine erhebliche Etatüberschreitung fest:

„[…] 1) Vorsitzender verliest das ihm eingehändigte Protokoll der Ausschußsitzung vom heutigen Tage, nach welchem der Ausschuß die Etatsüberschreitung von 100 Mk. (im ganzen also 200 M) genehmigt, mit der Bestimmung, daß dieses Mehr aus dem, nach dem für 1876 aufgestellten Voranschlag verbliebenen Saldo von M. 121.57 entnommen werden soll. […]“ — Das fing man noch ab, indem man auf die eigentlich geplanten Rückstellungen für das Jubiläumsjahr 1894 verzichtete:

„Generalversammlung
Freitag, 26. Januar 1877, Abends 9 Uhr bei Wagner
[…I.] II. Hierauf gibt der Vorsitzende dem Kassier das Wort
1) welcher berichtet, daß der Mitgliederstand am Schluß des Jahres 1876, 136 Mitglieder aufweist, worunter 4 nichtzahlende (Frauen) sich befinden. […]
3) […] Von einer Position für den Jubiläumsfond sei in diesem Jahre abzusehen und dagegen die in der Cassa befindliche bayr. 4 ½ % Obligation von f 100 dem allgemeinen Vermögen einzuverleiben u. der Kassier zu veranlasssen, dieselbe dem 2. Vorstande Fr. Knapp zu diesem Zwecke zu übergeben. […]“
„Bericht über den Stand der Mitglieder für 1878
[…] am Schlusse des Jahres verbleiben 126 [mit Bleistift hinzugefügt: ,ab Wittwen 6 : 120’]“

„Protokoll der Generalversammlung des Pegnesischen Blumenordens zu Nürnberg (Anerkannter Verein) am 31. Januar 1879, Abends 8 ½ Uhr bei Gastwirth Wagner
[…] Das Ausschußmitglied Dr. Beckh bringt den Antrag ein, die Obligation von Mk 200, welche aus dem Kassenbestand angekauft werden soll, als angesammeltes Kapital für das 250jährige Stiftungsfest zu bestimmen u. zwar für die Jahre 1876. 1877. 1878 laut § 11 des Anhangs. Diesen Antrag bringt der Verf. [Dr. Rehm] zur Abstimmung, einstimmig angenommen. [14 Anwesende]“

„Generalversammlung Freitag d. 16. Januar [1880], Abends 8 Uhr bei Wagner in der Rathhausgasse […15 Teilnehmer]
Zu 3: Feststellung des Etats für 1880. — Ausgehend von der Annahme daß die Zahl der Mitglieder nach den Erfahrungen des Vorjahres wiederum sich verringern dürfte, anderseits aber auch sich die Ausgaben durch die Abhaltung des nun nicht mehr verschieblichen Irrhainfestes erhöhen werden, wurde beschlossen den Cassabestand in Mitleidenschaft zu ziehen […]“

1882 ist der Mitgliederstand auf 93 zurückgegangen. Einnahmen bezieht man außer von Mitgliedsbeiträgen noch aus Eintrittsgeldern. Sie werden am 7. Juli 1882 neu festgesetzt: „III Zahl der Vorträge 5 (Nov. Dec. Jan. Febr. März) Preis für den Cyclus von 5 Vorträgen 5 Mk für Abonnenten 3 Mk für Gesellschaftsmitglieder; Mk 1 ½  für einen Vortrag. Wegen Familienkarten soll noch verhandelt werden“ — Dabei war in der Generalversammlung am 13. Januar schon von rückgängigen Besucherzahlen die Rede gewesen: „Lehmann beantragt um den öffentl. Vorträgen zahlreicheren Besuch zuzuführen, dieselben erst um 8 Uhr beginnen zu lassen, Präses bezweifelt Erfolg.“

Noch sind Rücklagen vorhanden, aber der Zinsertrag wird ungewiß:

„Nürnberg den 5. Januar 1883.
[…] Nach Ausschreibung der Bankdirektion vom 30. Dezember v. J. ist das Geschäft des Umtausches der Guldenpfandbriefe in solche der Markwährung eingestellt und der Rest der Guldenpfandbriefe zur Heimzahlung bis 1. Juli l. J. gekündigt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß einzelnen Gesuchen um nachträgliche Zulassung zum Umtausch innerhalb der nächsten drei Monate stattgegeben werde. Der Umtausch wird also schleunigst zu versuchen sein.
Außerdem sind seit 17. April 1879 bei der städtischen Sparkassa auf Sparkassabüchlein Lit. B. fo. 6337 M 100.- zu 3 ½ % angelegt. Da sich die Anlage des hohen Kassabestands als nöthig ergeben wird, so wird dieses Sparkassabüchlein bei dieser Gelegenheit zu kündigen und Kapital sammt Zinsen anderweit zu höherem Zins anzulegen sein. […] Der Bestand an Wertpapieren des Ordens, welche z.Z. einen Nominalwert von M 2171, 43 d repräsentieren [sic], wird sich alsdann voraussichtlich auf M 2628, 57 d Nominalwert erhöhen und die Zinseinnahmen sich um 18 M 25 steigern. […]
A. Rechnungslegung des Pegnesischen Blumenordens fuer 1883.
[Sinngemäß: Die Wertpapiere bestehen aus einer zu 4 % angelegten Grundrentenobligation, 3 Eisenbahnanleihenobligationen zu 4 %, einer Eisenbahnanleihenobligation zu 3 ½ %, 2 Pfandbriefen der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank zu 4 %, 3 Aktien der Bodenkreditanstalt der Vereinsbank zu 4 ½ %; dazu kommen Spareinlagen in Höhe von 900 M.]
B. [Die zahlenden Mitglieder haben auf 89 abgenommen.]“

Dazu kommen noch formale Anforderungen, denen der Schatzmeister, obzwar Jurist, offenbar nicht völlig entsprochen hat:

„Herrn Landgerichtsassessor a. D. G. Lehmann    
Nürnberg den 10. Januar 1885.
Sehr geehrter Herr!
[…] Die Anträge sind von der Generalversammlung genehmigt worden, es ist aber noch weiter beschlossen worden, Sie zu ersuchen, die Vermögensrechnung in Zukunft nach Maßgabe der in meinem Berichte enthaltenen Auseinandersetzungen zu legen. Ich zweifle nicht, daß Sie sich überzeugen werden, daß die Vermögensrechnung, so wie sie heuer von Ihnen gelegt worden ist, ein unrichtiges Bild über den Stand des Vermögens oder — was vielleicht richtiger ist — des unangreifbaren Stammkapitals gibt und daß infolge dessen irrige Anschauungen über die zur Bestreitung der laufenden Ausgaben vorhandenen Mittel entstehen können. […] G. Goppelt“ — Dabei machte man sich im Blumenorden keine Illusionen, sondern Gedanken:

„Generalversammlung Sitzung am 9. Januar 1885
[…] Bezüglich der Vermehrung von Einnahmen durch Zugang von neuen Mitgliedern glaubt von Kreß diese durch Aussendung von Circulairen mit Einladungen am besten erzielen zu können. Zehler wünscht, daß diesen etwas über die Thätigkeit des Ordens beigefügt werde. Ferner beantragt v. Kreß, die Kosten hierfür aus der Reserve zu decken, was genehmigt wird. […]“

„Freitag den 20 Maerz 1885.
[…] Die beabsichtigte Werbung von neuen Mitgliedern rief eine ziemlich lebhafte Dabatte hervor und manche gegentheilige Meinungs-Äußerungen. Indeß fühlte doch Jeder, daß eine Mehrung des Ordens ein Gebot der Nothwendigkeit sei und daß eine hinauszugebende gedruckte Einladung (unter Hervorhebung des Zweckes und der bisherigen Thätigkeit des Vereins) zum Beitritt nur von Vortheil sein könnte.“

Ein erster Erfolg: „Freitag d. 10. Juni
[…] Abermals haben wir uns der großherzigen Gabe eines unserer Mitglieder zu erfreuen: Herr J. Carl, Inhaber der Brauer- und Hopfenzeitung, spendet zur Ordens-Casse 100 Mark. […]“

Ausgaben für satzungsgemäße kulturelle Zwecke werden nicht aus falsch verstandender Sparsamkeit unterlassen, aber man überlegt sich Gegenfinanzierung: „Freitag, den 17. Juni 1887
[…] Auf Grund einer früheren Besprechung legt Ballhorn die im Interesse des Ordens bezogenen alten Bücher von Pegnitzschäfern vor:
1. (Harsdörfer) ,Heraclitus und Democritus’; 2. Klai ,Irene’; 3. ,Die Nymphe Noris’ —
Um einen näheren Einblick von dem Inhalt dieser Werke zu erhalten übernehmen Referate darüber: Herr PostspecCassier Schmidt für No. 1, Herr Redacteur Pfeilschmidt für No. 2 u. Herr Dr. Beckh für No. 3.
Genannte pegnesische Werke werden, als zur Geschichte des Ordens von Wert, wahrscheinlich für die Bibliothek erworben werden; um dies leichter zu ermöglichen, ohne unserer Casse viel Kosten aufzuerlegen, wird beschlossen einen Teil unseres Vorrates von ,Amarantes’ an die Mitglieder für den Preis von 3 M in streifbroschiertem Zustande abzugeben. Namentlich sollen die neuen Mitglieder zur Abnahme eingeladen werden.
Außerdem wird Ballhorn in seinem neuen Antiquarischen Katalog das Buch zum Preise von 4 M geheftet mitaufnehmen. […]“

Der Ausschuß, welcher die Generalversammlung vom 27. Januar 1888 vorbereitet, stellt fest, daß doch ein kleines Defizit aufgetreten ist: Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen um M 8.22 d. Die Aufteilung in eine Betriebskostenrechnung und eine Vermögensverwaltungsrechnung hat, wie Kress ausführt, noch nicht funktioniert. Lehmann hat Rücklagen für das bevorstehende Jubiläum und die Schroedersche Schenkung von 100 M falsch verbucht. Auch andere kleinere Unstimmigkeiten sind aufgetreten. In der Generalversammlung beanstandet Kress demgemäß, daß für das Jubiläum von 1894 keine Rücklagen ausgewiesen sind; Assessor Lehmann legt das Amt des Schatzmeisters wegen öfterer Abwesenheit nieder, August Müller wird zum Schatzmeister gewählt.

Eine ziemlich gewagte Überlegung, mithilfe eines Jahrbuches Geld zu verdienen und zugleich auch neue Mitglieder zu werben, kommt am 20. Mai 1889 von Wilhelm Beckh. „Danach soll der erste, noch dieses Jahr, im Winter erscheinende Band nur allein dem Andenken des verstorbenen Ehrenpräses, Oberstudienrath Dr. Heinrich Heerwagen gewidmet sein, indem darin dessen sämtliche im Blumenorden gehaltenen Vorträge enthalten sein würden. […]“ Buchhändler Herrmann Ballhorn, der Schriftführer, veranschlagt die Kosten auf 510 Mark. „Zur Deckung dieser Herstellungskosten reicht die für den Zweck zur Herausgabe von Druckschriften geschaffene sog. Hansel-Casse aber durchaus nicht aus und es soll erst ergründet werden auf welchem Wege noch weitere Mittel zu beschaffen wären; denn die aufgeworfene Frage, ob nicht eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags geboten erscheine wird für jetzt noch bei Seite gestellt, entschieden bekämpft u. abgelehnt, wird aber die von einigen Seiten ausgesprochene Ansicht, für die Vereinsgabe von jedem Mitglied einen Betrag zu erheben, da hiergegen die Ordensgesetze sich aussprechen, nach deren § 11 die Mitglieder alle Veröffentlichungen des Ordens unentgeltlich zu beanspruchen haben. Schließlich wird bestimmt, das Buch auch in den Buchhandel zu geben.“

„33. Wochenversammlung. Freitag den 27. September. […] b. Der 3. Bogen unserer Heerwagenschrift liegt vor, infolgedessen man wieder auf den Titel für das Gesammt-Unternehmen zu sprechen kommt. Nach mancherlei Hin- u. Herrathen neigen sich die Anwesenden des von einigen Seiten gemachten Vorschlages [sic] zu, zu sagen: ,Altes u. Neues aus dem Pegnesischen Blumenorden. — I. Dem Andenken Heerwagens’ […]“ — „40. W. Freitag 22. Novbr. 1889 […] Von den vom Orden veröffentlichten ,Altes u. Neues’ sind 200 Exemplare gebunden u. sollen zu 3 M das Exemplar verkauft werden. […]“


„Protokoll über die Sitzung der Gesamt-Ordensleitung am 6. December 1889 [Rückseite des lose eingelegten Doppelblattes mit dem Protokoll vom 20. Mai 1889 und Fortsetzung auf einem weiteren losen Blatt]
Anwesend: Dr. Beckh. Postmeister Schmidt. Fr. Knapp. HC Ballhorn. A. Müller. Rud. Geißler. Frhr. v. Kreß.
Entschuldigt: Pfarrer Wild, Dr. Rée.
Unentschuldigt ausgeblieben: A. Stengel.
Vorsitz: Dr. Wilh. Beckh.
Das Protokoll vom 20. Mai wird verlesen und genehmigt.
Tagesordnung: Berathung über Beschaffung der Mittel zur Deckung der Herstellungskosten von ,Altes u. Neues’
I. nach Vorlage des Schatzmeisters wird die Ordenskasse keinen Ueberschuß ergeben, der zu den Herstellungskosten mitverwendet werden könnte, somit verbleiben dafür als baare Mittel nur 150 Mark, welche sich in der sog. Hansel-Kasse befinden. Die Rechnung der Buchdruckerei J. L. Stich beträgt aber 620 M, sodaß also noch 420 M zu decken wären. Ein Theil hiervon könnte durch den buchhändlerischen Vertrieb der Bücher, günstigenfalls 100 Ex zu 3 M = 2 M netto = 200 M eingehen, bliebe also noch ein offener Restbetrag von 220 Mark.
Außer diesen Druckkosten erwachsen der Gesellschaft aber im Laufe kommenden Jahres noch verschiedene andere außergewöhnliche Ausgaben, als Herstellung der neuen Ordensurkunde u. Mitgliederverzeichniß, für welche die laufenden Einnahmen nicht ausreichen.
Um diese Einnahmen zu erhöhen, um aber auch eine Sammlung unter den Mitgliedern zu freiwilligen Beiträgen zu vermeiden schlägt Postmeister Schmidt vor und beantragt, den Mitgliedsbeitrag von 5 M auf 8 m für das Jahr zu erhöhen, das gäbe bei 100 Mitgliedern eine Mehreinname von von 300 M und somit eine wesentliche Kräftigung unserer Kasse für alle Fälle. Ein großer Theil der Anwesenden ist für diese Erhöhung, viele andere aber auch sind dagegen. Unter letzteren entschieden Dr. W. Beckh und Frhr von Kreß, von denen Frhr von Kreß rathsamer und wirksamer erachtet, eine Aufforderung an bestimmte angesehene Mitbürger zu ergehen zu lassen dem Orden als Mitglieder beizutreten; hierdurch gewönne man, nach [unleserlich] Erhöhungen in anderen Vereinen, gewiß eine wesentliche Vermehrung an Mitgliedern und demzufolge auch eine solche der Einnahmen, ohne durch irgendwelche Erhöhung der Beiträge eine Minderung der Mitgliederzahl befürchten zu müssen. — Dr. Beckh mit Rud. Geißler befürworten höchstens eine Abrundung der 5 M auf 6 Mark.
Man beschließt nun:
1, Ein Aufforderung in dem von Hrn. v. Kreß (s. oben) angedeuteten Sinne zu erlassen
mit Einstimmigkeit
2, Eine Erhöhung des Mitglieder-Beitrages überhaupt eintreten zu lassen
mit 6 gegen 1 Stimme
3, Diesen Beitrag von 1890 an auf 8 M (statt bisher 5 M) festzusetzen
mit 4 gegen 3 Stimmen
Diese Beschlüsse sollen der ordentlichen im Januar 1890 stattfindenden Generalversammlung zur Genehmigung unterbreitet werden, wobei sich die Minderheit vorbehält ihre Gegenansicht zu Punkt 2 u 3 zur Geltung zu bringen. […]“

In seinem Buchprüfer-Bericht liest Kress seinen Ordensmitgliedern ordentlich die Leviten. „Nürnberg, den 29. Januar 1890.
[…] Waren auch für die Instandhaltung des Irrhains infolge unabwendbarer Naturereignisse größere Ausgaben, als vorgesehen absolut nötig, so hätte doch die Position für Lokalmiete eingehalten werden können, wenn nicht mehr öffentliche Versammlungen veranstaltet worden wären […] Bei allen diesen Dingen zeigt sich, daß im abgelaufenen Jahre für die Vorstandschaft und die Ordensversammlung weit mehr der Wunsch, mehr leisten zu können, als die Rücksicht auf den Etat und auf die wirklich vorhandenen Mittel für die gefaßten Beschlüsse maßgebend war. Ich warne vor einer hohlen Finanzpolitik, die den Orden in ernstliche Verlegenheiten, ja an den Rand des Verderbens führen kann, auf das Eindringlichste. […]
Frhr. von Kreß, Obmann des Ausschusses
Pfarrer Wild.“

Worauf die Generalversammlung am 31. Januar 1890 einstimmig die Erhöhung des Jahresbeitrags auf 8 Mark festsetzt.

Es lohnt sich der Namen und Berufe halber, die Listen der in den nächsten Monaten aufgenommenen Neumitglieder anzuführen. Am 8. April 1890 werden verzeichnet:

„Hr. Dr. Sal.[omon] Weiß, Arzt — vorgeschlagen durch Dr. W. Beckh einstimmige Aufnahme; Hr. Georg Weigmann, Großhändler in Lauf […] Hr. Sigmd Rosenfeld, Kfm hier […] Hr. Jakob Volleth, Kfm hier […] Hr. Dr. L. Pauschinger, Arzt […] Hr. Max Meyer, Bankdirektor […] Hr. Joseph Schmidt, Prokurist im Bankhause E. Wertheimber […] Hr. Max Brust, Fabrikant […] Hr. Adolf Kleinknecht, Kfmann […] Hr. Siegfried Bach, Kfmann u. Fabrikbes. […] Hr. Carl Beyerlein, Maurermeister […]“
Und am 9. Mai: „Otto von Parseval, Commandir. General des K.b. 2. Armee-Corps (Würzburg) Excellenz […] Wilhelm Frhr. von Faber, Fabrikbes., Stein; Wilhelm Troeltsch, Fabrikbesitzer in Weißenburg; Johann Lauer, Kfm., Theilhaber der Fa. L. Chr. Lauer, Münzanstalt […] Georg Leidig, Optiker in Fa. Carl Leidig;  Rudolf Wölffel, k. Studienlehrer […] Dr. Adolf Frhr. von Scheurl, Univ. Professor a. D. […] Hans Kieser, Architekt […]“

Bis auf wenige Ausnahmen ist nun unter den Neumitgliedern vor allem die kapitalistisch wirtschaftende Unternehmerschicht vertreten, dazu noch Bildungsbürger.

Im folgenden Jahr klingt der Bericht des Buchprüfers schon anders:

„Nürnberg, den 21. Januar 1891.
[…] Ich bin in der angenehmen Lage, meinem Berichte über die Jahresrechnung die Bemerkung vorausschicken zu können, daß die Besorgnisse […] sich glücklicher Weise als unbegründet erwiesen,
daß die […] Erhöhung der Mitgliederbeiträge und Erlassung eines Aufrufs mit der Einladung zum Beitritt, vom besten Erfolge begleitet waren und daß es infolge dessen weit rascher, als zu vermuten war, gelungen ist, die am Schlusse des vorigen Jahres vorhandenen Passiva zu decken […] Frhr. von Kreß […]“

In der Betriebskostenrechnung für 1892 ist bereits wieder ein Überschuß von 527,28 M ausgewiesen.

Nun kann man das Jubiläumsjahr in Angriff nehmen.