Exkurs: Der Literarische Verein

In seiner ungedruckt gebliebenen Festschrift von 194423 schreibt Wilhelm Schmidt unter VII:

Das Verhältnis des Literarischen Vereins zum Blumenorden war stets ein ungetrübt gutes. Der Gründer Merz und noch sechs der 68 Gründungsmitglieder waren Pegnesen: Dietelmair, Dr. Lösch, Meißner, Dr. Mönnich, Negges, Schnerr. Weitere sieben sind nachher noch dem Orden beigetreten: Beck, Haußer, Dr. Jäger, Neumann, Priem, Schmidt, Sondermann. […] Während der Blumenorden nur literarisch Tätige und Literaturkenner umfassen wollte, wandte sich der Literarische Verein an einen weiteren Kreis von Literaturfreunden und suchte zur Literatur hinzuführen. Dazu sollten auch allgemeine Unterhaltungsabende und Vergnügungen dienen, Bälle und Ausflüge. Ein Stiftungs- und ein Faschingsball waren fast alljährlich, unter den vielen Ausflügen war beinahe jedes Jahr einer in den Irrhain, einer zum Dutzendteich und einer zum Schmausenbuck. Auch die Alte Veste bei Zirndorf wurde gern besucht. Diese und die meisten anderen Ausflüge waren nicht nur mit kleineren Vorträgen, sondern auch mit einem Tanzvergnügen verbunden. Derartige Veranstaltungen erzeugten den Antrieb, durch den der Verein seine hohe Mitgliederzahl bekam. Dagegen war es nur ein kleiner Kreis, der auch die Wochenversammlungen besuchte. […] Die literarische Tätigkeit des Vereins ist aus einer Reihe von Jahrbüchern zu übersehen, die von 1844 bis 1872 ununterbrochen in 29 Bänden unter dem Titel „Album des Literarischen Vereins in Nürnberg“ erschienen und literarhistorische, kulturgeschichtliche, naturwissenschaftliche, belletristische und andere Aufsätze sowie eine große Anzahl Gedichte und dramatische Arbeiten enthalten, letztere größtenteils Fasnachtspiele, mit denen der Verein seine Karnevalbälle ausstattete. […] Während jedoch der Literarische Verein nahezu alljährlich ein „Album“ herausgab, kam der Blumenorden trotz wiederholter Beratungen und Vorbereitungen zu keiner ähnlichen Veröffentlichung.

Genauere Auskünfte aufgrund eigenen Aktenstudiums gibt in seinem Beitrag zur Festschrift von 1994 Johannes Geiger unter dem Titel: „Der Literarische Verein in Nürnberg“.