Nachklänge

Mit den Kosten für all das Ehrenvolle und Vergnügliche hatte man sich, wie vorauszusehen war, gewaltig übernommen. Eine der ersten Abhilfemaßnahmen war das schnuckelig aufgemachte Bettelgedicht des Kassiers.







Der Erfolg war zunächst kein pekuniärer; man wurde wieder sparsamer:

„39 W.V. Freitag 30 Novbr. 1894

[…] An Geschenken liefen ein
von Herrn Wäscherei-Besitzer Winkler durch H. Lauer ,Die Nymphe Noris von Montano (Dr. Hellwig) 1650’ […]
Der Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg stattet durch seinen 1 Vorstand Frhr. von Kreß wärmsten Dank ab für Zusendung der Festgabe. […]
Die 30 Nadeln für die mitwirkenden Damen [also doch!], von Lauer sehr geschmackvoll angefertigt, sind abgeliefert & wird 1 Stück vorgezeigt. […] Den mitwirkenden Herren eine Anerkennung in Gestalt einer Medaille zukommen zu lassen, wird nicht gutgeheißen. […]“

Am 18. Januar 1895 kann Lambrecht immerhin schon berichten, „daß die freiwilligen Spenden das erste Tausend überschritten; er rechne noch auf 7-800 m.“

In der folgenden Generalversammlung am 25. Januar führte der Kassensturz jedoch zu betrüblichen, wenn nicht bedrohlichen Ergebnissen:

„Eine genaue Kontrolle ist dem Ausschusse nicht möglich, weil weder eine Nachweisung über die Veränderungen im Mitgliederstande noch das Kassajournal des früheren Hrn. Schatzmeisters Müller vorliegt.  […] Die Rechnung über das Jubiläum mit dem seinerzeit vom Finanzausschusse aufgestellten und von der Versammlung genehmigten Voranschlag zu vergleichen, hat absolut keinen Zweck. […] Die Ausgaben für das Jubiläum erreichen also einschließlich der noch ungedeckten den Betrag von nahezu M 12000.— […] Sie haben nicht nur das Vermögen des Ordens bis auf das unangreifbare Dilherrische Legat verschlungen, sondern auch den Orden mit Schulden belastet, welche ihn auf Jahre hinaus in der freien Bewegung beschränken wird. […]“

„Die Ausgaben für das Jubiläum betragen, einschließlich der noch ungedeckten nahe m 11000.-, eine horrende Summe für einen Verein von der Mitgliederzahl des Ordens; es wird gerügt, daß § 34 der Statuten, nicht beobachtet worden sei.
Der Auschuß beantragt
a, die Entlastung des Schatzmeisters, ihm besten Dank für seine pünktliche Kassaführung aussprechend
b, Aufstellung des Voranschlags für 1895 betreffend, so vor Allem Bedacht auf die Jubiläumssschulden zu nehmen, auf eine Publikation d. A. u. N. im Jahr 1895 unbedingt zu verzichten auch sich nöthige Einschränkung aufzuerlegen und den Voranschlag nach dem vorgelegten Entwurf zu genehmigen. […]
Diese Anträge werden angenommen und dankt der Vorsitzende dem Obmann des Ausschußes, Herrn von Kreß, für seinen so verdienstvollen, klaren Bericht.“