Neue gesellige Dichtung
 

Damit es zu einem Wiederaufleben des Dichtens in geselligem Austausch kommen konnte, mußten im Orden dazu gestimmte und geeignete Mitglieder auftreten. Eine neue Errungenschaft dieser Art stellte Johann Christoph Jakob Wilder dar, nicht der Maler und Zeichner — das war sein jüngerer Bruder Georg Christoph —, sondern Pfarrer, obwohl es von ihm auch heißt: "Wilder hat sich von Jugend auf zwar mit der zeichnenden, nicht aber mit der dichtenden Kunst beschäftiget. Zu ihr neigte er erst im Mannesalter hin, und solche Neigung konnte ihn mit dem Pegnesischen Orden gar leicht in Berührung bringen. Diesem gehörte er an seit 1813 und zwar mit ganzer Seele; 1829 wurde er Ordenskonsulent." Dadurch wurde man seiner Bedeutung beim Aufkommen des monatlichen Dichterkränzleins seit 1827 gerecht: "Der Orden war durch ihn außer Verlegenheit, die Zeit der Verhandlungen mit Erzeugnissen der Mitglieder auszufüllen; ja Wilders freigebige Muse war Hauptgrund zur Bildung eines engeren Kreises, in welchem monatlich vorgetragen, geprüft, und für die bevorstehende Ordensversammlung ausgewählt wurde. Sein poetischer Nachlaß ist darum beträchtlich. [...]"

Das ist kein Wunder, wenn irgendein Blatt zur Einladung dieses Kreises, das herumgegeben und mit Vermerken versehen wurde, von Wilder nur eben so in der Gestalt einer jahreszeitlichen Betrachtung abgefaßt werden konnte:
 
Zerrissen sind die magisch starken Bande,
Die uns gezogen nach dem Ludwigsfeld;
Leer ist die Haide mit dem magren Sande,
Ich sehe keine Bude mehr, kein Zelt!
Vorüber sind die freundlichen Momente,
Wo man so innig sich zusammenfand;
Auch jene, wo der Wuth der Elemente
Man trotzend manches Abentheu'r bestand!
Soll ich das alles, alles wiederhohlen,
Erneuen manche Wunde, die sich schloß,
Wenn man gesteht sich lächelnd und verstohlen,
Daß man bald halb erstickte, halb zerfloß?
O nein, das will ich alles nicht erneuen;
Die Freunde lade ich in unsern Hain,
Den unsichtbaren, wo wir uns erfreuen
Der Poesie mit diesen Zeilen ein!
Es pocht der Herbst bereits ja an die Schwelle
Des Sommers und das Abenddunkel reicht
Wohl in des Tags Gebiet, bis an die Stelle
Des Sonnensohns der Traubenspender steigt! —
Laßt uns vereint dann jetzt zurückekehren
Zu unserm Kreis im niedrigen Gemach; —
Wer lächelt drob? — Mag er des Schmucks entbehren,
Wir hängen dort nur unsrer Neigung nach!
Und nicht wahr? Alle, die dieß Blatt begrüßet,
Sie werden seine Bitte nicht verschmähn!
Wo heitre Lust für Dichter sich ergießet
Da wollen wir uns freudig immer sehn!

Nbg den 3. Septemb. 1834
JCJ Wilder

Es folgt der freundlichen Einladung             Dietelmair
Leider verhindert                                       Seidel
Meißner ist leider verhindert
Ich werde kommen                                    Harless
Leider ist so mancher, der der lieblichen Einladung nicht Folge leistet, u. dessen Gegenwart doch bey der angekündigten Vorlesung so erwünscht wäre. Sollte die Versammlung nicht lieber verschoben werden?                                 Osterhausen"

Ausrufe, Anreden, Fragen und eine gehobene Ausdrucksebene, in der es z.B. noch ein "zurücke" gibt, kennzeichnen dieses Produkt als literarisch in überkommenem Sinne, der Versbau ist glatt, die Reime nicht völlig abgegriffen, ja, sie enthalten in ihrer passenden Anspielung auf ein datierbares Volksfesterlebnis sogar ein Überraschungsmoment. Wilder legte alsbald nach:

Damit die theuren Herrn sich nicht versagen
Auf Morgen schon, will Held Sie heute fragen:
Ob Sie am Mittwoch wiederum begehren,
Mit Ihrer Gegenwart ihn zu beehren?
Zur Blume, wünscht er, mögen sie erscheinen
In unsrem Kreiß, im friedlichen, im kleinen;
Will er das Wort auch noch so arg radbrechen,
Das kann ja unsren Eifer doch nicht schwächen!
Des Monats ersten Tag soll Glück bedeuten,
Ein neues Sterben und ein Vorwärtsschreiten;
Wird's etwa diesen Zeilen auch gelingen,
Zu einem: "Ja, ich komme" Sie zu bringen?
Wenn in des Sommers wonnig heitren Zeiten
Uns wenig aufgeblüht der Dichtung Freuden,
So soll, ich hoff' es, sich bei uns verkehren,
Des Herbstes Hauch die Lieder wieder mehren!

Am 30. September 1834
Wilder

Dietelmair
Seidel
Seys lebend oder tod, ich komme, wenn ich kann (Shakespeare) Meißner
Ja ich komme      Harless
"                    E.Lösch
"                   Schnerr
"                    Osterhausen"

Es kann nicht alles, was für den monatlichen Bedarf gestrickt wird, gleichermaßen glatt und gefällig sein. Diesmal hat Wilder selber ein wenig geradebrecht. Dennoch gehört es zum Spiel und zum guten Stil, daß Meißner mit einem von seinem ursprünglichen schauerlichen Ernst herabgestimmten Shakespeare-Zitat antwortet.

Karl Meißner selbst war eine Stütze der geselligen Dichtung im Orden: "[...] II.) Theilte Herr Meißner den anwesenden OrdensMitgliedern ein von ihm verfaßtes Gedicht, nemlich die Novembernacht vorlesend mit und erregte hiedurch den allgemeinen Wunsch nach künftiger Mittheilung ähnlicher Früchte seiner geschäftsfreien Nebenstunden."

Ebenso Johann Jakob Schnerr: "[...] V.) Herr Magistratsrat Schnerr machte den Anwesenden ein von ihm dem geschätzten Dichter Freiherrn von Salis bei Übersendung seiner des Herrn Schnerr Gedichte übersandtes Gedicht, sowie die von Herrn v. Salis hierauf erhaltene poetische Antwort, nebst mehreren anderen kleinen Gedichten durch Vorlesen bekannt." Er scheute sich also nicht, seine Hervorbringungen, und zwar nicht ohne einen gewissen Erfolg, dem damals sehr bekannten und beliebten Dichter des Liedes 'Bunt sind schon die Wälder /gelb die Stoppelfelder' zuzuschicken. Jenes Lied des Johann Gaudenz von Salis-Seewis ist heute noch im Chorrepertoire recht verbreitet; es hat eine letzte Strophe, deren kurzatmige Schmucklosigkeit schon an Unvermögen und zurechtgestutzte Reimerei heranreicht:

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Morgenglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Ringeltanz.

Das war der erstrebte "Volkston". Es gelang den Bildungsbürgern allemal besser, rhetorisch aufgeladene, kompliziertere Verse zu schreiben, wie etwa folgendes Scherzgedicht von beachtlicher komischer Fallhöhe aus der Feder von Georg Paul Dietelmair:

1.

Was braust so gewaltig in tiefer Nacht,
Daß das Kind erbebet, die Mutter erwacht?
Von entblättertem Wald, von verstorbener Flur
Scheint, Bestien gleich, die man losgelassen,
Herein gestürmt in bewohnte Straßen
Die gesetzlos waltende Kraft der Natur.

2.

Es rast durch die Tenne, es dröhnt an der Wand
Und poltert und knistert wie stürzender Brand.
Die segnenden Geister entfliehen dem Haus.
Nun droht der benachbarte Thurm sich zu neigen,
Sich über das Dach verwüstend zu beugen;
Nun löschen die Lampen des Himmels aus.

3.

Ist etwa das Maß der Verbrechen erfüllt,
Und gekommen der Tag, der Geheimstes enthüllt?
Verglühen die Sonnen, verbirgt sich der Mond?
Beginnt das Weltenfeuer zu lodern?
Die Posaune die Todten aus Gräbern zu fodern?
Und wird, was geathmet, bestraft und belohnt?

4.

Mit Nichten. Der wirkliche Anlaß war,
Daß ein Schwabe getreten in's vierzigste Jahr.
Der Dinge gewöhnlicher Lauf ist verirrt,
Bis der Weisheit verspätete Zähne durchbrechen,
Weil Edelstes nur mit Toben und Stechen
Und schaurigen Stürmen geboren wird.

Dieses Produkt vom 1. Dezember 1830 erscheint nicht unter der Rubrik "Gelegenheitsdichtung", weil es einen allzu spezialisierten Anlaß hat, nicht irgendeinen Geburtstag, und eher unter "scherzhafte Muse" einzuordnen wäre, welche kaum institutionalisiert werden kann. Ein kunstvoller Ernst im Unernst ist ihm nicht abzusprechen. Der umarmende Reim ist geschickt gehandhabt.

Im Unterschied dazu ist folgendes scherzhaftes Gedicht nicht datierbar, deutet aber inhaltlich auf genau diejenigen Zustände und Verhaltensweisen, die man mit den stickgemütlichen Verhältnissen der Restaurationszeit noch heute assoziiert. Es stammt von keinem Geringeren als Christoph Wilhelm Carl Freih. Kreß von Kressenstein, und man hätte gern gewußt, ob er zur Zeit der Abfassung bereits Präses war. Immerhin setzt sich dieser tätige Mann in satirischer Absicht von dem Tagesablauf seiner weniger rührigen Standesgenossen ab; er wird es auf einer Ordensversammlung oder im bewußten monatlichem Zirkel wohl verlesen haben, sonst hätte es nicht den Weg ins Archiv gefunden:


Die lange Weile

                        Wie,— Langeweile sollt' ich fühlen? —
Das käme mir nicht in den Sinn,
Bei der Zerstreuung, den Gewühlen,
Womit ich stets umgeben bin.


                        Schlüpf' ich nach acht Uhr aus dem Bette,
So blinkt, — entnommen aus dem Schrein,
Schon von dem blank polirten Brette
Der Kaffeetassen goldner Schein,


                        Und ladet zu dem Hochgenusse,
Wann, wie sich Strom in Strom ergießt,
Heiß-dampfend nun im Doppelgusse
Der Trank aus Silberurnen fließt.


                        Behaglich läßt sichs hier verweilen,
Beschäftigt ist ja Hand und Mund.
Unüberlegtes Uebereilen, —
Das wäre wahrlich ungesund.


                        Die Glocke hat schon neun geschlagen.
Ach wie so schnell vergeht die Zeit!
Es steht als Anfang meiner Plagen,
Die Toilette längst bereit.


                        Ein Stündchen nur darauf verwendet,
Bringt zehn Uhr unvermerkt herbei.
Wer glaubt nun, daß die Zeit verschwendet,
Verloren die Minute sei?


                        Nun wird, wie's ziemt, Besuch empfangen,
Wo nicht, so wird Besuch gemacht.
So ist im Adlerflug vergangen
Der Vormittag, eh man's gedacht.


                        Und daß ich es nur nicht vergesse,
Man geht wohl auch schon früher aus,
Zur Zeit der bunten Ostermesse,
Und kommt Mittags dann spät nach Haus.


                        Hat man das Mittagsmahl genossen,
So ist in des Gespräches Lauf
Die Stunde,  janoch mehr, verflossen,
Denn spät hebt man die Tafel auf.


                        Ein Stündchen drauf der Ruhe pflegen,
Erfordert der Gesundheit Pflicht,
Drum muß ich mich ins Bette legen;
Denn was hier nützt, versäum' ich nicht.


                        Ich bin erwacht. Zur dritten Stunde
Gibt aromatisch milder Duft
Von Mokka's Trank mir schon die Kunde;
Sein Wohlgeruch erfüllt die Luft.


                        Und nun zu sammeln die Gedanken,
Zur vierten Stunde ist erst Zeit.
Ein wenig mit dem Mädchen zanken,
Gebietet die Notwendigkeit.


                        Es dränget die gewicht'ge Frage:
Wo wird der Abend hingebracht?
Denn nach dem mühevollen Tage
Ist auf Erholung man bedacht.


                        Soll das Theater ich besuchen? —
Soll lieber auf der Rosenau
Mich laben Thee und feiner Kuchen?
Ich weiß es selbst nicht recht genau.


                        Wohl könnt' ich zu der Freundin gehen?
Auch trinken meinen Thee zu Haus?
Entscheidendes muß bald geschehen,
Schon ist die Zeit zum Wählen aus.


                        Wozu ich endlich mich entschlossen, —
Seis Unterhaltung oder Spiel, —
Der Abend war zu schnell verflossen,
Und ach! Das Haus ist nun mein Ziel!


                        Das Abendbrod dort zu verzehren,
Soll der Geschäfte letztes seyn.
Kaum kann ich mich des Schlafs erwehren,
Ermüdung lädt zur Ruhe ein.


                        So ist der Tag, der kaum begonnen,
Unmerklich schnellen Flugs vorbei.
Ich frage: da er mir entronnen,
Wo Raum für Langeweile sei?
[sic, nicht "sey"!]


                        Und solches Treiben, solches Weben,
Man kannte es vor Alters schon.
Da nannte mans Schlaraffenleben
Doch heut zu Tag nennt mans: Bon ton

Ein tatsächlich belegbarer Austausch von Gedichten fand unter Kressens Vorsitz und Beteiligung mit einer auswärtigen Literaturgesellschaft statt:

"[...] V.) Wurde von dem Herrn Präses folgendes vorgetragen:

Bei seiner Anwesenheit in München sey Ihm und dem geschätzten Ordens-Mitglied, Herrn Ober-Appellationsgerichts-Rath von Harsdorf, nach erfolgter Einladung in einem dortigen literarischen Verein, welcher sich wöchentlich unter dem Namen "Zwanglose Gesellschaft" versammelt, am 7ten April dieses Jahres, zur Bewillkommnung nachstehendes Sonett übergeben worden:
Der Sänger Kunst gieng Nürnberg nie verloren;
Ward Poesie nicht in die Stadt gefreyt?
Das Maskenbild der letzten Ritterzeit
Gab uns die Meistersinger neugeboren.

 
Und kaum sind sie zu uns heraufbeschworen,
Und haben uns den Meistersang geweiht;
So kommen Liederfreunde angereiht,
die an der Pegnitz Blumen sich erkohren.


Seyd uns gegrüßt im Deutschen Dichterwalde,
Willkomen, Lebende, im Bayerland!
Ein Reich umschlingt Hanns Sachs und Jacob Balde.


Nur segnen kann uns jene Götterhand,
Die uns, von einer sanften Macht entzündet,
In fernen irdschen Trennungen verbindet.
                                                                                                                                                                     Carl Fernau

Der Verfasser dieses Sonetts ist Herr Doktor Daxenberger, geheimer Sekretär Sr. K. Hoheit des Kronprinzen. Zur Erläuterung wurde bemerkt: Daß einige Tage zuvor ein glänzender Maskenball im Kostüme des 16ten Jahrhunderts von dem Kunstverein in München veranstaltet und ausgeführt worden war." Dies erinnert sehr an den Maskenball, dem Thema "Nürnberg" gewidmet, den Gottfried Keller in 'Der grüne Heinrich' beschreibt. Interessant ist, daß ausgerechnet der Privatsekretär des Kronprinzen, Daxenberger alias Fernau, den Landtagsabgeordneten Kreß und seinen Begleiter Harsdorf im "Bayerlande" bewillkommnet, als ob Nürnberg noch gar nicht richtig zu Bayern gehörte. Nun mußte man sich aber auch revanchieren:

"VIII.) Machte unser verehrter Herr Präses den anwesenden Mitgliedern [16 Personen] bekannt: Er habe auf Veranlassung des ihm bei seiner Anwesenheit in München am 7. April von der dortigen zwanglosen Gesellschaft übergebenen Sonetts [...] eine Antwort in Versen abgesendet, welche folgendermassen lautet:

Wenn an der Isar kiesbedecktem Strande
Uns überrascht bekannter Töne Klang
Und mit der Saite Schwung sich mischt Gesang
Wie er erschallt, da wo im dürren Sande
Die Pegnitz fließt im gleichen Vaterlande,
Umschlingt mit unaufhaltbar mächt'gem Drang
Der Sänger ferner Städte gleicher Hang
Sie mit der Musen buntem Blumenbande.


Ihr! Deren Kreis uns freundlich aufgenommen,
Seyd uns gegrüßt durch Druck der deutschen Hand!
Euch schmückt — wollt Ihr's — des Blumenordens Band,
Verwandt am Geiste, seyd Ihr uns willkommen!
Mit Freuden wurde Euer Wunsch vernommen,
Entfernt von uns, doch in dem Vaterland,
Durch Wissenschaft, in engeren Verband
Mit uns — als Musenfreunde — bald zu kommen.

                                                                       Nürnberg im August 1840.

[Kurios, wie Kreß selbst daran erinnert, daß die Pegnitz "im gleichen Vaterlande" fließt! Sollte es vielleicht das ganze Deutschland sein, von wegen der "deutschen Hand"?]

Einige Wochen darauf habe ihm die zwanglose Gesellschaft folgende Erwiederung übersendet:

Ihr an der Pegnitz, Männer, Gleichgesinnte,
Empfangt der Dichter an der Isar Wort!
Es töne zu dem heitern Labyrinthe,
Worin ihr blüht, mit FreundschaftsWohllaut fort!
Ihr die ein Reich, seit zweimalhundert Jahren
Den Musen und der göttlichen Natur
Geweiht, mit priesterlichem Stolz bewahren,
Nehmt unsern Dank auf eurer Blumenflur.

 
Nehmt unsre Hand! Der Dichterorden flechte
Verwandten Volkes edlen Städtekreis!
Mit Lust erhebt sich unsre deutsche Rechte
Und nimmt von euch das dargebotne Reis.
Es wandelt unser Gruß zum Pegnitzstrande,
Und dieser Sängerspruch veralte nie:
Hoch blüh' im Deutschen und im Bayern-Lande
Die Himmels-Wunderblume Poesie.

                                                                                              Dr. S. Daxenberger.

[...]" Er hat verstanden, der Herr Dr. Daxenberger! Eine hochpolitische Angelegenheit. Vielleicht zielten die "Armins-Lieder, von H. F.Maßmann, ordentlichen Professor und kgl. Ministerial-Sekretär" auch in diese Richtung. Sie waren nach Auskunft des Präses in der Sitzung vom 11. Mai 1840 auch schon bei jenem Münchner Aufenthalt an ihn übergeben worden.

Weiterer Austausch von Gedichten und Beschäftigung mit Literaturgeschichte ist durch weitere Sitzungsprotokolle belegt:

"[...] I.) Herr Doktor Winterling theilte zwey Gedichte vorlesend mit, nemlich:
1. ein Gedicht an die Versammlung der Naturforscher zu Erlangen im Jahr 1840. [...]
II.) Herr Rektor Mönnich las eine von ihm verfaßte Abhandlung über Gotthold Ephraim Lessing und dessen Verdienste um die deutsche Sprache und Literatur als Dichter und prosaischer Schriftsteller. [...]"

Am 8. November 1841 stand nach zwei Gedichtverlesungen durch Michahelles und Dietelmair auf der Tagesordnung:
"IV.) Von Herrn Director Scharrer wurde ein prosaischer Aufsatz, enthaltend eine Skizze der Geschichte des Handels und Gewerbs-Betriebs von Nürnberg vorgetragen.
V.) Herr Buchhändler Merz las ein von ihm verfaßtes Gedicht: "Der Rose Loos".
VI.) Machte der Herr Präses den anwesenden Mitgliedern einige von der Zwanglosen Gesellschaft in München im Druck herausgegebene und dem Blumenorden übersandte Gedichte vorlesend bekannt und übergab solche hierauf dem Sekretär zur Aufbewahrung bei der Bibliothek des Ordens.

Womit die heutige Sitzung beendiget worden ist."