Notdürftigste Reparaturen am Irrhain

Von denkmalschützerischen Erwägungen weit entfernt, hat man zwischen 1860 und 1875 am Irrhain nur das instandsetzen lassen, was zur Abhaltung der sommerlichen Feste unbedingt erforderlich war. Rückblende:

Pfarrer Lauter hatte am 12. Juni 186095 aus Kraftshof geschrieben, daß infolge des Fällens eines abgestorbenen Baumes am langen Gang 4 neue Säulen, 24 Stück Latten und 3 neue Bögen erforderlich seien. Anscheinend ist er den Forstarbeitern auf den Laubengang gefallen. Es dauerte bis zum 20. April 1866, bis Heerwagen „über den vom Gesamtvorstand vorgenommenen Augenschein über die Herstellungen im Irrhain“ berichtete und der Versammlung „einen vom Zimmermann Seyschab in Kraftshof verfertigten Kostenvoranschlag“ vorlegte. „In Folge dessen wurde beschlossen:
a.) daß Tische und Bänke gänzlich hergestellt werden sollen, samt den Dächern über den Hütten und Gebäuden;
b.) daß dagegen der Bogengang nicht ausgebessert und die Latten am Eingang nicht angebracht werden sollen.“
Am 18. Mai 186897 „theilte 4.) H. OV ein Schreiben des k. Forstamts Sebaldi an den Orden in Betreff eines öden Platzes vor dem Irrhain mit, und daß H. OR Schrodt deßhalb mündlich eine Erwiderung durch den k. Herrn Revierförster, Freyh. v. Haller, in Kraftshof abgegeben hat.“

Nürnberg den 1. Mai 1868: Das Königlich Bayerische Forstamt-Sebaldi, An den Vorstand des pegnesischen Blumenordens:
Gelegentlich der Bescheidung eines von dem k. Revierförster von Kraftshof eingereichten Gesuches um Verlängerung eines bestehenden Pachtverhältnisses wurde dem Forstamte von hoher k. Regierung die Aufgabe gemacht, über die nördlich am Irrhaine anliegenden theils öden, theils bepflanzten Waldtheile, deren gänzliche Aufforstung […] umständlichen Bericht zu erstatten und nachdem das k. Forstamt sich gegen die Aufforstung der unmittelbar vor dem Eingange in den Irrhain befindlichen Oedfläche ausgesprochen und beantragt hat, dieselbe ganz oder theilweise der Gesellschaft des Blumenordens als Sammelplatz zu Gesellschaftsspielen […] zu überlassen, ist das Forstamt durch hohe Regierungs-Entschliessung vom 3. März 1868 Nr. 3827 beauftragt worden, fraglichen Platz bis zu einer allenfalls zu erfolgenden Aufforstung der Gesellschaft des Blumenordens gegen einen nach dem Steuerbeitrag zu bemessenden Pachtzins zu überlassen. […]

Vorsichtig interpretiert, bedeutet das: Die in Dutzenden von Hektaren und Tausenden von Festmetern denkende zentrale Forstbehörde möchte auch im Bereich Kraftshof den Ertrag steigern. Die untergeordnete Behörde vor Ort, die sehr wohl den Blumenorden und die Bedeutung des Irrhains in kulturellen Zusammenhängen kennt, rät zu einem einvernehmlichen Vorgehen. Daraufhin zeigen sich die Chefs konziliant, möchten aber wenigstens einen Pachtzins erlösen.

Präses Heerwagen antwortet auf dieses Angebot, auf das man gerade noch gewartet hat: „daß die genannte Gesellschaft bezüglich der nördlich vom Irrhain gelegenen Oedung ein Pachtverhältniß einzugehen nicht gesonnen ist und auf die Benutzung dieses Raumes zu gesellschaftlichen Zwecken verzichtet.“

Von damals stammt also der Streifen Waldes zwischen dem Irrhain und dem Kotbrunnengraben. Der Eichenwald im Osten des Irrhaingeländes, an der Stelle, wo der alte Stich von 1744 eine Wiese und einen Obstgarten abbildet, und noch weit darüber hinaus, verdankt sich einer ähnlichen Aufforstungsaktion, möglicherweise schon einer früheren, wenn man den heutigen Umfang dieser Eichen betrachtet.

Noch am 13. Mai 1870 wird zu Protokoll gegeben: „7.) OR Schrodt theilt mit, was im Irrhain an Wiederherstellung geschehen wird und trägt an, das Irrhainfest, zu dem Pf. Petzet das Seinige beyzutragen verspricht, auf den 13. Juli gelegt werden möge, was gutgeheißen wird.“ Wie gesagt, hielt man das Irrhainfest wegen des deutsch-französischen Krieges nicht ab. Stattdessen: „3.) Hierauf beschließt man, daß der Orden fünfzig Gulden als Unterstützung für Weiber und Kinder der im Krieg befindlichen Männer und dann für die verwundeten Soldaten spenden soll.“