Teil IX: Der Blumenorden im Glück


Die Jahre vom Jubiläum 1894 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellen, rein äußerlich betrachtet, einen der zwei oder höchstens drei Gipfel in der Geschichte des Pegnesischen Blumenordens dar. Und in geistiger Hinsicht bewegte man sich inmitten des Zuges der Zeit. Der Orden hatte Anteil an dem hohen Ansehen, in dem seine Ehrenmitglieder aus den Reihen der Erfolgsschriftsteller damaliger Zeit standen. Der furchterregende Schuldenberg aus den Jubiläumsveranstaltungen war binnen kürzester Zeit abgetragen. Die Ordensbibliothek wuchs stark an; die Zahl der regelmäßig bezogenen Zeitschriften, aus denen sich die Mitglieder über Neuestes aus der Literatur informierten, war erstaunlich hoch. Die Zahl dieser Mitglieder erreichte einen seither nie wieder gezählten Höchststand. Unter ihnen beanspruchten und erhielten die Damen zunehmende Möglichkeiten der Mitwirkung. Allerdings zeigten sich erste Risse im Zusammenhalt, die sogar zu Austritten führten. Das Finanzgebaren wurde zeitweise geradezu leichtsinnig. Die opulent ausgestatteten, jährlich neu verfaßten Irrhainspiele verschlangen große Summen, der Unterhalt des Irrhains ebenfalls, zumal er in einem Maße mit kleineren und größeren Baumaßnahmen verschönert und dem Komfortbedürfnis angepaßt wurde, wie es seit zweihundert Jahren nicht mehr geschehen war. Dies und einige andere Vorfälle hatten Kompetenzgerangel zur Folge. Aus den Projekten einer besseren Zusammenarbeit mit neueren Literaturvereinen der Stadt wurde nicht viel, ebenso demjenigen einer neuen Sammelveröffentlichung. Und gegen Ende der Epoche, das zunächst noch gar nicht als solches begriffen wurde, zeichnete sich bereits ein gewisser Niedergang ab.

 

Wer schmückt sich mit wem?

Besitzstand als Grundlage für die durchgehende Tätigkeit

Entwicklung der Ordensfinanzen

Neufassung der Satzung


Solche und solche Mitglieder

Außerordentliche Projekte

Glanz und Elend des Mitgliederbestandes

Was sich im Irrhain tat

Das Vereinslokal

Erwünschte Verknüpfungen

Sprachpflege