Teil X: Die unwissentliche Abdankung



Kaum hatte der geradezu ersehnte 1. Weltkrieg begonnen, tönten die führenden Mitglieder des Blumenordens wie ausgetauscht. Doch die Folgen  wurden schnell deutlich: in Gestalt von Listen erst Eingezogener, dann Gefallener, und scharfe Einschränkungen der zivilen Lebensführung machten sich natürlich im Kulturbereich besonders bemerkbar. Man wurde mit der Zeit kleinlaut. Nach Kriegsende verstand man die Aufbauarbeit im kulturellen Bereich als einen Dienst an der beschädigten Nation, und obwohl die Wahrnehmung liberaler oder sogar gesellschaftskritischer Literatur noch nicht gänzlich abgetan wurde, verlor man durch jene Wiedererweckungstendenz samt Schrumpfung auf das Heimatkundliche den Anschluß an eine Literaturentwicklung, die bis auf unsere Zeiten als die einzig zukunftsweisende begriffen wurde (allerdings von anderen Kreisen, und oft mit Verspätung bis in die 1950er Jahre). Ein weiterer Abschwung wurde durch die Inflation herbeigeführt, in welcher der Orden sein Angespartes verlor und mit seinen Veranstaltungen aus dem Tritt kam. Die Chance, die im Einbeziehen einer jugendbewegten und ästhetisch wagemutigen Gruppe bestanden hätte, wurde aus kleinlicher Empfindlichkeit und starrem Festhalten am bisherigen Konzept des Wohlverhaltens vertan. Die vor dem Krieg schon bestehende Spaltung in aufgeschlossene und konservative Mitglieder setzte sich fort als eine zwischen humanistisch, demokratisch und friedliebend Empfindenden und verbittert von wiedererrungener Größe Träumenden. Die Germanenschwärmerei nahm zu. Heute noch gerühmte Autoren als neue Ehrenmitglieder gab es nicht, und die Ordensleitung verhielt sich schematisch und autoritär. Vertraut-heimisch statt bedeutend war der neue Mitgliederstamm.

 

Die Ära Beckh geht zu Ende


Verpatzter Neubeginn

Streben nach Normalisierung

Der zweite große Schlag

Sorge für und um den Irrhain

Ein neuer Präses für den Gang ins Dunkle


Unstete Irrhainpflege