Das Vereinsleben in engerem Sinne

Zum Beginn der schon mehrmals unter verschiedenen Gesichtspunkten überblickten Biedermeierepoche gehen Vorlesung an einem Vortragsabend und Veröffentlichung noch in Einzelfällen überein. Am 12. November 1821 wurde „von Herrn Diakonus Wilder eine zur Zeit noch ungedruckte für das künftig erscheinende Nürnbergische Taschenbuch bestimmte Abhandlung über Nürnberger Kunstfleiß abgelesen.” Das bedeutet, daß man sich mit der handwerklichen Basis der großen Vergangenheit der Stadt befaßte. Später schränkten sich die Gegenstände der Erörterung wieder stärker auf den literarischen Bereich ein. Wilhelm Schmidt urteilt in seiner unveröffentlichten Festschrift von 1944 auf S. 40: „Tatsächlich widmete sich der Orden immer mehr fast ausschließlich der Pflege der Dichtkunst und der Würdigung von Dichtungen, sodaß die Abteilungen ziemlich zwecklos wurden. Aber der Zustrom nicht oder nur wenig tätiger Mitglieder verebbte. Das verlangte Bekenntnis zu einer Abteilung wirkte als Bremse. Auf eine größere Zuhörerschaft legte man keinen Wert. Von 1826 an ließ man die meist nur schwach besuchte Sitzung im Mai ausfallen; die im August war schon lange durch das Irrhainfest ersetzt worden.” Beleg hierfür ist das Protokoll vom 14. November 1825, in dem es heißt: „[…] Daß ausser der gewöhnlichermassen im Julius oder Augustmonat zu veranstaltenden allgemeinen Versammlung im Irrhain, während der Wintermonate nur zwey Ordens-Sitzungen und zwar, wie bisher, zu Anfang des Novembers und des Februars gehalten werden sollen, wobey es jedoch dem Praesidio unbenommen bleibe, bey wichtigen Vorfällen oder ausserordentlichen Veranlassungen, auch ausser den obbenannten Tagen OrdensVersammlungen auszuschreiben und die Mitglieder hiezu einzuladen.”
 
Eigentlich hätte man weitere Kreise mit einer neuartigen Ankündigung der Sitzungen erreichen können. Vom 5. November 1823 an rückten die Pegnesen ihre Versammlungstermine in das Blatt„ Der Korrespondent von und für Deutschland” ein, nach dem Muster: „Daß die vierteljährliche Versammlung des pegnesischen Blumenordens künftigen […]tag den[…] in dem gewöhnlichen Lokale gehalten wird, macht den Mitgliedern dieses litterarischen Vereins  hiemit bekannt — Nürnberg, den […] der Präses, Seidel.”
Rundschreiben gingen dennoch weiter herum, auf denen sich die Mitglieder zu ihrem Kommen äußerten. Ab 1824 erschienen die Hinweise dazwischen auch im „Friedens und Kriegs Kurier” der Felsecker'schen Buchhandlung. Daß die Sitzungen weiterhin nicht öffentlich blieben, erweist die Einschränkung auf die Mitglieder und die indirekte Nennung des Versammlungslokals.
 
Ein  Grund für das Absagen der Mai-Sitzung war, daß immer weniger Teilnehmer erschienen waren. Dafür gibt der Briefwechsel mit zwei neuen Mitgliedern ein Beispiel ab. Ein Briefkonzept des Ordensschriftführers Heiden ist erhalten. in dem er dem Theologieprofessor von Ammon Mitteilung von dessen Aufnahme in den Orden macht: „Ich benütze diese Gelegenheit, Euer p. ergebenst zu melden, daß die alle Vierteljahr gewöhnliche Versammlung unseres Ordens künftigen Montag den 10ten May gehalten werden wird, und Hochdieselben hierzu einzuladen, zugleich aber zu ersuchen, den Herrn Hofrath Bucher hirvon geneigtest in Kenntniß zu setzen. Der Versammlungs-Ort ist das Gasthaus zum Schwan bey dem weißen Thurm und der Anfang der Sitzung um 6. Uhr Nachmittags, nach deren Endigung der größte Theil der Anwesenden eine frugale Abendmahlzeit einnehmen wird. […]”
An derselben Stelle im Archiv findet sich das sehr schöne Antwortschreiben, offenbar von einem professionellen Schreiber ausgefertigt, unterzeichnet von Friedrich Wilhelm Philipp von Ammon und Hofrat Prof. Dr. jur. Karl Franz Ferdinand Bucher, der ebenfalls aufgenommen worden war. Gerichtet ist es an „Sr. Wohlgeboren Herrn Archivsecretair Heiden, Secretair des Pegnesischen Blumenordens, in Nürnberg. Frei mit 2 Ducaten. Gegen Postschein”. Man zahlte also den Aufnahmebeitrag und entschuldigte sich gleich für Fernbleiben von der Maisitzung, weil man den Vorlesungsbetrieb nicht unterbrechen durfte. Von Erlangen nach Nürnberg und zurück zu reisen, bedeutete den Verlust eines ganzen Tages. Nun waren aber etliche der Mitglieder, deren Beiträge etwas Außerliterarisches versprochen hätten, Auswärtige.
 
Da haben wir zum Beispiel schon vom 8. Juli 1824 den Brief eines Physik- und Chemieprofessors namens Dr. Johann Baptist Herrmann: „[…] Ganz besonders haben bey meinen Untersuchungen die chemischen Bestandtheile des Hopfens und ihr wesentlicher Einfluß auf die Gesundheit des Menschen in dem Biere mein Intereße erweckt.” Er wohnte ironischerweise in München, Weinstraße No. 1632. Nähere Aufschlüsse zu diesem Thema werden die Pegnesen in keiner ihrer Sitzungen erhalten haben.
 
Daß der berühmte Botanikprofessor Wilhelm Daniel Joseph Koch, nach dem eine Hauptverkehrsstraße in Erlangen benannt ist, von dort je nach Nürnberg gekommen wäre, ist auch nicht zu belegen. Anläßlich seiner Aufnahme verhielt er sich wie ein Kollegiat, der etwas ganz anderes studiert, als was er an Leistungskursen belegt hat, oder wie Scharrer, der auch vom Blumenorden etwas ganz anderes in seiner Freizeit erwartete als was er von Berufs wegen kannte und wußte: „[…]Meine literarischen Beschäftigungen haben Naturforschung überhaupt und Naturgeschichte insbesondere zum Gegenstande, aber auch das Weltgeschichtliche des früheren und des neueren Thuns und Treibens ist mir nicht fremd. Ich wollte deswegen Euer Hochwohlgeboren ergebenst bitten, mich in die Klaße der Geschichtskunde eintragen zu wollen. […]” Seine wahren Verdienste lagen allerdings nicht in dem, was er allenfalls dem Blumenorden anzubieten gedachte. Sie mögen aus einem Nachruf sprechen, der auch einige menschliche Eigenheiten würdigt:
„[…] An der äußersten Grenze der Rheinpfalz nach Frankreich hin, in Kusel war der ächt deutsche Mann geboren,[…] am 5. März 1771, als Sohn des dortigen Rentamtmannes. [Er studierte in Jena und Gießen.] Die Stadt Kusel wurde in dem Revolutionskrieg, mit welchem das vorige Jahrhundert abschloß, durch ein ungerechtes Strafurtheil der französischen Machthaber ein Raub der Flammen [Darin verlor er alles; begann als Gerichtsarzt in Trarbach an der Mosel, dann Kantonsarzt von Kaiserslautern, mitten in einer Typhusepidemie. Trieb weiter Naturstudien.] Da ward ihm, dem schon berühmten Naturforscher, seit er schon im Jahre 1823 die reife Frucht seiner Naturstudien, den ersten Band seiner Flora Germanica, der Welt vorgelegt hatte, fast gleichzeitig der Katheder für Botanik in Heidelberg und in Erlangen angeboten. [Er entschloß sich für Erlangen, um im gleichen Land zu leben wie seine vier Brüder.] Jede Berufsart hat ihre eigenthümlichen Formen, in denen sie geübt wird; im Lehrfach gibt es einen besonderen Kathederton von anerkannter Würde und Wirksamkeit, in welchem der Lehrer sich als Lehrer fühlt und als solcher dem Zuhörer gegenübersteht. Wenn dieser Ton die unerläßliche Bedingung eines wirksamen Universitätsvortrags ist, ja, dann war Koch kein guter Lehrer. Aber dem ist Gottlob nicht also. Mag es unentschieden bleiben, ob Kochs schlichte Gewöhnung selbstbewußt diese Form des Vortrags verschmähte, oder ob seiner schlichten Natur die Fähigkeit dazu versagt war, genug, er hat eine Art vertraulichen und väterlichen Verkehrs an ihre Stelle gesetzt, bei welcher warlich niemand verloren hat, weder die Lernenden an Gründlichkeit der Einsicht, noch er selbst an Würde und Ansehn. Er bestieg auch in der Wirklichkeit keinen Katheder, er zog es vor, an einem Tisch mit seinen Zuhörern zu sitzen, und machte durch diese Kunst der Gleichstellung jene botanischen Wanderungen, die er als hoher Siebziger an der Spitze seiner Schüler noch fortsetzte, zu einem unvergeßlichen Genuß für jeden der daran Theil nahm. […]” Sein Ende war traurig: Er brach sich durch einen Sturz im Zimmer den Oberschenkelhals, blieb dann ans Krankenlager gefesselt, lehrte dennoch weiter; starb nach langem Todeskampf.
 
Es ist nicht an dem, daß sich die einheimischen Mitglieder vor solchen auswärtigen Koryphäen zu verstecken gehabt hätten. Was der Orden an ihnen hatte, offenbart sich besser als aus Protokollen leider erst im Nachruf. Lesen wir zwei Abschnitte des „Denkmals”, das Kress auf den Ordensrat Lorsch nach dessen Ableben 1830 schrieb: „Wer sich noch erinnert, wie schwer es war, in jener bewegten Zeit, in welcher der Verewigte in das Collegium der Genannten des größern Raths eintrat, das damals eine Opposition gegen die Regierung bildete, das Vertrauen beider Partheien zu erwerben, und wie es nur dem gemäßigten, verständigen und streng rechtlichen Manne gelingen konnte, hier eine ruhmvolle Rolle zu spielen, und dort Zutrauen und Achtung Sich zu sichern, — nur der kann ermessen, wie sehr Ihm die Gunst der Opposition, und Seine Ernennung zum Raths-Consulenten zur gleichen Ehre gereicht […] Das Studium der neuen Gesetze und Verordnungen [nach der bayerischen Neuordnung] war Ihm, dem wissenschaftlich gebildeten, von einem vortreflichen Gedächtnisse unterstützten Manne, so leicht geworden, daß Sein Vertrautseyn damit den Unbekannten leicht auf den Gedanken bringen konnte: Er habe bei der Gesetzgebung selbst mitgewirkt.” — „Vollkommen mächtig der lateinischen, französischen und deutschen Sprache, auch der griechischen und italiänischen kundig, vertraut mit den alten Classikern, wie mit den besten Schriftstellern, besonders den Dichtern älterer, mittlerer und neuester Zeit, ihren Geist erfassend, und Sich selbst ihn aneignend, was mußte bei solchem Genie, bei solchem bewundernswürdigem Gedächtnisse, das Ihm verstattete, sehr oft, vor Jahren schon gelesene Gedichte, ohne Anstoß vorzutragen, was mußte bei solcher Liebe zu den Wissenschaften, bei solchem Fleiße, aus dem Manne werden?” — Ein Muster fränkischer Kompetenz ohne Glanz und Gloria, ein mit 59 Jahren überarbeitet verstorbener und bald vergessener Diener des Gemeinwesens und des Ordens.
 
Ein dutzend Jahre nach Müllers Tod war der Überblick über den Mitgliederbestand schon wieder verlorengegangen. Seidel wandte sich an den unverwüstlich tüchtigen Kiefhaber. Mit Brief vom 9. Juni 1835 schickte er ihm neun Exemplare des von ihm verfaßten Nachrufs auf den im August des vorigen Jahres verstorbenen Colmar und bat um Verteilung an:
1.) Herrn Dr. Karl Beiling, Vorsteher eines männlichen Erziehungs-Instituts.
2.) Herrn Dr. Kaiser, Oberkonsistorialrath.
3.) Herrn Dr. Niethammer, Oberkonsistorialrath.
4.) Herrn Dr. von Roth, OberkonsistorialPräsidenten
5.) Herrn Dr. Ludwig Wihl, [1831 aufgenommen, frühestes Beispiel eines Juden als Mitglied des Blumenordens] Verfasser des Gedichts Jadschnadatta aus dem Sanskrit, einen israelitischen Gelehrten. […]
Dazu übersandte er ihm das Verzeichnis des Ordensmitglieder mit dem Ersuchen festzustellen, welche von den auswärtigen Mitgliedern noch lebten und in welcher Position und welche wann verstorben waren. Die bereinigte Liste solle dann wieder gedruckt werden.
 
Kiefhaber antwortete:

„Hochwürdiger und Hochwohlgeborener Herr, Hochverehrtester Freund,

Daß ich Euer Hochwürden höchst schätzbares Schreiben vom 9. erhalten am 14. Jun. d. J. erst jetzt zu beantworten mich beehren kann; daran liegt hauptsächlich als Schuld, daß ich das mir geschenkte Vertrauen der Rectifizirung des Verzeichnisses der jetztlebenden Mitglieder des Nürnb. Pegnes. Blumenordens i. J. 1835 umfaßend zu erfüllen mir angelegen seyn laßen wollte. Allein so sehr ich mich darum bemühte  es vollständig herzustellen; so vermochte ich es selbst in der langen Zeit nicht. Ich mußte einige Mitglieder noch in Zweifel gestellt laßen […]
Dagegen möchte ich bitten unsere gediegenen Sprachforscher der altdeutschen Sprache und Dichtkunst die Herren: Hans Ferdinand Maßmann, Dr. Philos. Ord. Prof. Der älteren deutschen Sprache und Literatur an der k. b. Ludw. Max. Univ. u. Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften und Johann Andreas Schmeller, Dr. philos. Custos der k. Hof- und Staats-Bibliothek, Mitglied der kön. Akademie der Wissenschaften und Professor der k. b. Ludw. Max. Univ. zu auswärtigen Mitgliedern aufzunehmen. […] Dasselbe wäre der Fall mit dem Herrn Dr. und Prof. theol. protest. Rheinwald in Bonn der v. April bis Sept. bey uns hier war […] und mir manche lehrreiche Unterhaltung gewährte. […] Auch Herr Prof. Rückert in Erlangen sollte als altdeutscher Dichter, hinsichtlich seiner Lieder und Sprüche der Minnesänger; so wie Simrock und Wackernagel unserem Blumenorden angehören. Durch die Beyhohlung dieser Männer würde unser Orden auch im Ausland wieder geehrt werden und dies selbst des Königs Majestät Beyfall erhalten. Auch dem Herrn Präsidenten Frhr. Ferdinand von Schenk sollte ein Ehrendiplom zugefertigt; sowie des Kön. Maj. um das Protektorat ersucht werden, hinsichtlich seiner Dichtung An Nürnberg. […]
Euer Hochwürden ganz gehorsamster und ergebenster Diener und Freund

Karl Kiefhaber
München den 7. Nov. 1835”
Außer Rückert, der aber erst 1859 aufgenommen wurde, ist keiner in der Stammliste vertreten. Eine weitere Gelegenheit zu erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit vertan.
 
Ja, der Blumenorden wirkte meist nicht als solcher, sondern seine Mitglieder wirkten für sich und mehrten so indirekt den Ruhm des Ordens. Kiefhaber selbst ist ein sehr gutes Beispiel, wie aus zwei Würdigungen hervorgeht, nämlich dem Nachruf, den Stadtpfarrer Boeckh bei seiner Beerdigung in München hielt, und der Biographie, die noch zu seinen Lebzeiten in „Das gelehrte München” erschien.
Adolph von Schaden erwähnt u.a.: „Seine Eltern waren: Joh. Konrad Kiefhaber, Gegenschreiber der zur Zeit der Reformation secularisirten Reichsstadt Nürnbergischen Klosterämter St. Clara und Pillenreuth und Susanna Barbara, auch von Geburt eine Kiefhaber. [… Er ging zumStudieren nach] Altdorf, wo er bis zum 22. September 1783 mit erwünschtem Erfolg dem Rechtsstudium oblag, und zugleich dem Studium der Literatur, Geschichte und Diplomatik mit vieler Liebe anhing; für deren Unterricht er dem verstorbenen Professor Will; wie dem in München [korr.: Nürnberg] noch lebenden Gelehrten, Herrn geheimen Hofrath und Ritter von Siebenkees, nie Dank verbunden genug sein kann, indem er in beiden zwei lehrreiche und freundschaftliche Correspondenten verehrt, von welchem er vom erstern bis zu dessen Tode 775 Briefe erhielt, und vom Letztern bis jetzt nahe an 3000 Briefe sich erfreut.[…] 1803 […war er befaßt mit der] Einrichtung der waldamtlichen Registratur und […übernahm] die provisorische Versehung der vogteylichen Gerichtsbarkeit der beiden Waldämter […] In der Eigenschaft eines waldamtlichen Lehensekretärs ging er dann bey [Schreibung schwankt!] der am 15. September 1806 erfolgten Uebergabe der freyen Reichstadt Nürnberg an die königliche Krone Bayerns über […Das kann einer der Gründe sein, weshalb der Irrhain nicht von der bayerischen Forstbehörde sang- und klanglos eingezogen wurde! …] ward er im Jahre 1792 mit einer ausgesuchten Anzahl seiner Mitbürger Mitstifter, der ebenfalls heute noch daselbst bestehenden ,Gesellschaft zur Beförderung vaterländischer Industrie', bei welcher nach und nach er die Lektors und Sekretärsstelle, und 4 Jahre lang die Direktorsstelle bekleidete, auch verschiedenen Comitéen vorstand. Im Jahre 1805 ward er von der churfürstlichen sächsischen Leipziger ökonomischen Gesellschaft zum ausländischen Ehrenmitglied öffentlich erwählt und aufgenommen.” — Boeckh ergänzt, er sei „[…] im Jahre 1812 als erster Adjunct des allgemeinen Reichsarchivs nach München berufen [worden]. Hier lag er seinem Berufe mit der ihm eigenen Pünktlichkeit und Treue ob, fand die ungetheilte Achtung seiner Vorgesetzten, erfreute sich der Gnade seines Königs, der zum wirklichen Rath ihn beförderte, und erhielt im Jahre 1829, wegen seines vorgerückten Alters die ehrenvollste Quiescenz, mit der ihm sehr erwünschten Bewilligung zu historischen und diplomatischen Vorlesungen an der hiesigen Universität.”  — Weiter berichtet von Schaden: „Am 18. Oktober 1822 ertheilte ihm die Philosophische Fakultät in Erlangen […] doctoris Philos. et Art. Lit. Magistri gradum, ius et privilegia […] In demselben Jahre erhielt er auch die Aufnahme in die Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde zur Beförderung einer Gesammtausgabe der Quellen-Schriften deutscher Geschichte des Mittelalters zu Frankfurt am Main. Mittels Diploms ddto. Wiesbaden, den 1. April 1828 ward er von dem herzoglich Nassauischen Verein für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung zum Ehrenmitglied desselben ernannt.” — Das im „Gelehrten München” aufgelistete Schriftenverzeichnis ist unglaublich lang; hier sollen nur die Titel erwähnt werden, die mit den Bestrebungen des Blumenordens in Zusammenhang zu bringen sind: „[…] Der Beylagen der Materialien zur Nürnberger-Geschichte erste Sammlung Nro. I. bis XII. 1793. 8. zweite Sammlung (XIII. - XXIV). 1794. 8.  […] Monatliche historisch-literarisch-artistische Anzeigen zur ältern und neuern Geschichte Nürnbergs, sechs Jahrgänge vom Jahre 1797 - 1802. 8. […] Rede von dem Nutzenund der zweckmäßigen Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek für diebesondere Landesgeschichte; gehalten bei Eröffnung der Willisch-NorischenBibliothek. Nürnb., 1800. 8. […] Nachrichten zur ältern und neuern Geschichte der freyen Reichsstadt Nürnberg. Ein Beytrag zur Geschichte der Reichsstädte in Teutschland, 3 Bände. Nürnberg im Lechner'schen Verlag, 1803 bis 1807. 8. […] Geist des Lehrplans für die Volksschule in Bayern zum gemeinnützigen Gebrauch für Volksschullehrer und Aufsichtsbehörden etc. Nürnberg, bei Schmidmer, 1812.8. […] Turnierbuch Herzogs Wilhelm IV. von Baiern von 1510-45. Nach einem gleichzeitigen Manuscript der königl. Bibliothek zu München treu im Steindruck nachgebildet von Theobald Clemens Senefelder mit Erklärung begleitet von Fr. von Schlichtegroll. 1-5 Heft. München bei Thienemann — nun Finsterlin 1818-1824. […] In den Siebenkeesischen Materialien zur Nürnberger Geschichte rühren mehrere Aufsätze von ihm her. Das Register über die sechs Bände des Journals von und für Franken verfertigte er gleichfalls. Ebenso hat er zu den vier Supplementbänden des Willischen Nürnbergischen gelehrten Lexicons. Zur Rothischen Geschichte der Reichsstadt Nürnberg. Handelsgeschichte. […] Beiträge geliefert. […] In den Erlanger, Hallischen, Leipziger, Münchner, Oberdeutschen und Würzburger Literatur-Zeitungen stehen theils Recensionen, theils kleine Notizen, Anfragen, Beantwortungen und Berichtigungen von ihm. […] desgleichen im Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters etc. von Hrn. Frhrn. v. Aufsees [sic]. 4. München, 1832 und 1833. und in den Bayerischen Annalen.” — Pfarrer Boeckh schließt: „Seine Erholung, die eigentliche Freude seines Alters fand er, selber kinderlos, der ersten und zweiten Gattin durch den Tod beraubt, in der Familie seiner Nichte, die er liebte wie sein eigenes Kind, in deren würdigem Gatten ein Sohn und Freund ihm an die Seite getreten war. […] sie haben, da er vergangenen Montag den 6. März Abends 9 1/2 Uhr in Folge schnell erfolgter Lungenlähmung sanft und schmerzlos verschied, die Augen ihm geschlossen. […]”