Vormärzliche Manöver

Im Gefühl, mit der Jubiläumsfeier nicht nur einen Rückblick, sondern auch einen Neuanfang unternommen zu haben, versichert sich der Präses des Wohlwollens einer hochgestellten Persönlichkeit:

Herr Ordens-Präses Freiherr von Kreß,
Sie haben als Präses des Pegnesischen Blumen-Ordens, der jüngst sein zweihundertjähriges Bestehen in Nürnberg gefeiert, die Festgabe zum Andenken an diese alte und edle Stiftung Mir zugesendet. Empfangen Sie dafür Meinen freundlichen Dank, so wie die Anerkennung des „mit Nutzen erfreulichen“ Strebens und Wirkens Ihres Gemütherwekkenden Vereines, der wie bisher noch lange blühen möge. Ich verbleibe, Herr Freiherr von Kreß, mit der Versicherung Meines vollsten Wohlwollens
Ihr Wohlgewogener
Maximilian Krprinz
München, den 19 September 1844.1

Und ungesäumt, d.h. einen Monat später, bringt der Präses das aufregende neue Projekt auf die Tagesordnung der Sitzung, welche am 11. November 1844 im „Gasthofe zum Schwanen am weißen Thurme“ stattfand:

„[…] 10. fragt der Herr Ordenspräses an: Was in Bezug des Meißnerschen Antrages: Damen in den Orden einzuführen, geschehen solle? Es wird beschlossen, H. Rector Dr. Mönnich zu bitten, er wolle in der nächsten Ordens-Versammlung hierüber einen motivischen Antrag stellen, über welchen dann das Weitere berathen und beschlossen werden soll. […]“2

Von Wilhelm Bernhard Mönnich, Rektor der Handels- und Gewerbeschule in Nürnberg, Verfasser der Festschrift zum Jubiläum von 1844, wird nun ein „Höchst beweglicher, obwohl unmaßgeblicher und unzielsetzlicher Vorschlag zu erhöhter Lebensthätigkeit des Blumenordens“3 verfaßt, der, weil er schon einmal dabei ist, über die bloße Frage der Frauen im Blumenorden weit hinausgeht, und schon am 20. Januar 1845 wird im Protokoll unter Punkt 5 festgehalten: „Man berieth sich über diesen sehr anziehenden Vorschlag und beschloß zuletzt einstimmig: Daß versuchsweise im künftigen Monate Febr. eine Versammlung mit beschränkter Ernsthaftigkeit gehalten werden soll. Die Einrichtung und Anordnung derselben soll durch den Ausschuß mit Beyziehung des Hr. Antragstellers, dem Ordensvorstande im Entwurf zur Genehmigung vorgelegt werden.“4 (Aus all den Protokollen dieser Jahre geht hervor, daß nach der Besprechung des Geschäftlichen jeweils Gedichte und Kurztexte von Mitgliedern vorgetragen wurden, die zusammengenommen eine gute Stunde in Anspruch genommen haben müssen. Im Anschluß daran wurde zu abend gegessen.)

Nach der Einstimmigkeit wird es einem der Abstimmenden wohl ein wenig schwül, denn er richtet, aus dem Anlaß, seine Abwesenheit von der nächsten Versammlung zu entschuldigen, einen Brief an den Präses, in dem es eigentlich um seine Bedenken geht.

Johann Tobias Felix Harless, Kaufmann und Marktadjunkt, am 26. Januar 1845: „[…] Wenn das Gedeihen, vielmehr die Würkung dieses Ordens auf die Gesammtheit […] von den beabsichtigten öffentlichen Verhandlungen und Vorlesungen abhängen soll; so mus ich meine Zustimmung von folgenden Bedingungen abhängig machen.

1. Daß diese Vorlesungen einen gewißen Zusammenhang haben.
2. Daß sie gradatim dem grosen Publicum angemeßen, eingerichtet, u. gesteigert werden.
3. Daß in ihnen Rücksicht auf Alter und Geschlecht genommen werde.
4. Daß nur erwachsene Glieder der Familien zugelaßen werden.
5. Daß endlich diese öffentlichen, gemischten Versammlungen nur ein, höchstens zweimal im Jahr Stat finden.“5

Es folgen die Begründungen: Er wendet sich gegen den Zeitgeschmack in Almanachen und möchte diesem gezielt entgegenarbeiten; er befürchtet, daß Familienmütter ihren häuslichen Pflichten untreu würden, wenn sie beständig am Leben außer dem Hause teilnehmen können.

Zum Vergleich mag dienen, was Johann Paul Priem, eines der ersten Mitglieder des Literarischen Vereins, zu dieser Zeit noch nicht Pegnese, schon am 10. Oktober 1839 als gedrucktes Formular an den 1821 aufgenommenen Kondiakon bei St. Sebald, Georg Christian Heinrich Seiler,  handschriftlich adressiert hatte:

„Die bedeutenderen Städte Deutschlands, besitzen fast sämmtlich unter den verschiedenen Namen: ,Lesekabinet’, ,Leseverein’, ,literarischer Verein’, u.s.w. Institute, die die umfassendste Journallectüre darbieten, und theils das Unternehmen eines Einzelnen sind, theils durch zu diesem Zweck gebildete Vereine hervorgerufen wurden.
Nürnberg, schon öfters in auswärtigen Blättern mit Unrecht als theilnahmslos an den literarischen Interessen der Gegenwart geschildert, besitzt ausser dem Lesekabinet der ,Gesellschaft Museum’, die nicht für das Gesammtpublikum zugänglich ist, keine Anstalt solcher Art. Der Unterzeichnete durch mehrfache Aufforderung in der Hoffnung bestärkt, daß die Gründung einer derartigen Anstalt, einigen Anklang finden möchte, suchte die magistratische Genehmigung nach und erlaubt sich nun, im Besitz derselben, den Gebildeten seiner Vaterstadt den Plan seines Unternehmens vorzulegen, und darauf die Einladung zur gefälligen Theilnahme zu gründen. […]
Da derjenige Theil unsrer Damen, welcher Sinn für die höheren Lebensinteressen hat, nur mühsam und spärlich den literarischen Bewegungen der Gegenwart folgen kann, indem einzelne Blätter nur auf die langsamste und unordentlichste Weise in sogenannten Lesezirkeln von Haus zu Haus kursiren, so glaubt der Unterzeichnete den Wünschen Vieler entgegen zu kommen, wenn er die Einrichtung treffen wird, daß in den Nachmittagstunden von 2-6 Uhr eine eigne, an das Hauptlocal anstossende Piece für Damen, die die Anstalt zu besuchen wünschen, bereit gehalten wird. Alle entsprechenden Journale, sowie die neuesten artistischen Erscheinungen werden dort zur Benützung angeboten werden. —
Der Preis des Abonnements für Damen ist 1 fl. 30 kr. vierteljährlich. Frauen und Töchter der verehrlichen Abonnenten haben den Besuch des Lesekabinets frei. […]“6

Der Unternehmung scheint kein dauerhafter Erfolg beschieden gewesen zu sein. Stattdessen gab es alsbald ja den Literarischen Verein. Und im Blumenorden führte sich der Gebrauch ein, erst einmal in den geschlossenen Versammlungen die Vorträge auszuprobieren, die später in den öffentlichen Veranstaltungen dargeboten werden sollten. Beispielsweise hielt Johann Christoph Ernst Lösch, Pfarrer bei St. Jakob, am 14. April einen Vortrag „Ueber das Märchen im Allgemeinen und über Musaeus Volks-Märchen insbesondere“, sowie am 9. September 1845 über „Ueber Horaz als Oden-Dichter“7.

Mönnich selber trägt einen Vortrag bei über „Die Kurninge“, ein indisches Heldengedicht, übertragen von Adolph Holtzmann, sowie „Über Poesie des Weltschmerzes von Nikolaus Lenau“8. Von größerem Interesse, vielleicht gerade in öffentlichen Veranstaltungen, dürfte gewesen sein, was der in Berlin geborene Mönnich über einen persönlichen Bekannten aussagte, nämlich über „Wilhelm Müller. Geboren am 7. Oktober 1794 zu Dessau, gestorben den 1. Oktober 1827 ebendaselbst.“9 — „Neulich kam mir ein Makulaturbogen in die Hand […] Bobolina, Lied vor der Schlacht […] Ich wurde von den trefflichen Gedichten ganz hingerissen und der Dichter, welchen ich in der Blüthe seiner Jahre kennen zu lernen das Glück gehabt, trat in seiner ganzen liebenswürdigen Persoenlichkeit vor die Augen meiner Seele. […] Denn er hatte die Feldzüge von 1813-14 mitgemacht und sonst gar Manches gesehen und erfahren. Schon diesen Erzählungen konnte man den Romantiker der damaligen Zeit (1816-17) anmerken, nochmehr aber seiner Vorliebe für Fouqué und Tiek [sic] neben Goethe. […]“ Interessanterweise ist von Schuberts Vertonungen nirgendwo die Rede. Der rührige Mönnich betrachtete wohl diesen Beitrag wie seine beim Verlag der Korn’schen Buchhandlung veröffentlichten „Jugend- und Bildungsgeschichten merkwürdiger [d.h. bemerkenswerter] Männer und Frauen“ unter dem Gesichtspunkt der „Erziehungs-, Unterrichts- und Seelenkunde“10. Ein Vortrag, gehalten bei der Schlußfeierlichkeit der Schulprüfungen zu Nürnberg 1845, behandelt in diesem Sinne „Joh. Heinr. Pestalozzi’s Idee der Menschenbildung in ihrer Entwicklung und Bedeutung“ und bietet eine Darstellung von Pestalozzis Leben und Entfaltung seiner Methode; kurz gesagt: vom Elementaren, Anschaulichen ausgehend und weiterbauend unter Rücksicht auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes. Bemerkenswert das Lob, daß in Nürnberg die siebenklassige Volksschule eingerichtet worden ist. Mönnich gesteht ein, daß Pestalozzi in der praktischen Durchführung gescheitert ist, aber weist auf seinen enormen Einfluß auf die Verbesserung der Schulen hin, ausgehend von Preußen, da Königin Luise eine Pestalozzi-Verehrerin war.11

Das Jahr 1846 bringt u.a. einen Vortrag von Karl Meissner, Wechselsensal (Makler), der jenen Antrag auf Zulassung von Damen gestellt hatte und auch zu den Gründungsmitgliedern des Literarischen Vereins gehörte: „Monographie über drey naturhistorische Kuriositäten“12. Am 4. Mai 1846 beschließt die nichtöffentliche Versammlung: „[…] 2.) Es werden sodann öffentliche Vorträge gehalten und zwar von den Ordensgliedern:
a.) […] Michahelles ein Gedicht: „Der Wechsel des Lebens“
b.) […] Dietelmair ein Gelegenheitsgedicht: „Zum Andenken an die fünf und zwanzigste Jubelfeier des Magistrats zu Fürth. […]“
c.) […]
d.) H. Kaufmann Harleß, eine Abhandlung: „Das Seyn der Erdgeister“.
e.) H. […] Osterhausen, Fortsetzung von dem aus dem Lateinischen übersetzten Gedichtes [sic]: Laurentius von Prudentius 3. Gesang […]“13

Mit Bezug auf Georg Paul Dietelmair ist bezeichnend, daß er noch als 48jähriger und selbst noch mit 52 Lebensjahren einer dienstlichen Oberaufsicht unterworfen war, die man heute als Evaluation bezeichnen würde. Seine „Predigt am Trinitatisfeste 1845. gehalten und eingesendet von Georg Paul Dietelmair zweitem Pfarrer an der heiligen Geistkirche in Nürnberg“14 ging über die Schreibtische des Dekans von St. Egidien, Karl Christian Christoph Fikenscher, und dessen Kollegen, des Prodekans Paul Augustin Michahelles, beide Ordensmitglieder; ersterer brachte außer einigen Fragezeichen die Endbeurteilung an: „Wenn man auch in die geistreichen Vermuthungen über den Zusammenhang und Inhalt der Textesworte nicht einstimmen kann, so ist doch der Versuch, die Pericope mit dem Trinitatisfeste zu verbinden, und die Lehre von der Hl. Dreieinigkeit dem Gemüthe nahe zu bringen, anerkennenswert. Fickenscher.“ Ebenso reserviert äußerte er sich über Dietelmairs „Die Religion, in der Verschiedenheit ihrer Wirkungen auf das menschliche Herz“ — Predigt über Lucas 8,1-15 gehalten und als Vertreterin der Bußtagspredigt eingesendet von Georg Paul Dietelmair zweitem Pfarrer an der Heil. GeistKirche in Nürnberg 184915: „Der Verf. hat auch diese Predigt tief und klar gedacht, den vorgel. Text geistreich und anregend behandelt, seine feine Beobachtungsgabe und Malerei beurkundet, würde aber den Bedürfnissen seiner Christengemeinde näher gekommen seyn, wenn er das Wort Religion mit einem verständlicheren, z.E. evangel. oder christl. Wahrheit, Christenglaube etc. verteutscht hätte, wiewohl man nach einzelnen Stellen, nicht aber nach der ganzen Structur, meinen sollte, der Verf. habe auch an eine heidnische Religion gedacht. Fickenscher.“ Man achtet schon sehr darauf, daß die Kirche beim Dorf bleibt!

Auch Georg Christoph Wilder trägt etwas bei und vor, nämlich über das Tucherschlößchen an der Hirschelgasse16. Mit diesen Vorträgen müssen die Pegnesen in der vorläufig auf das gewohnte Bildungsbürgertum beschränkten Öffentlichkeit wohl einen gewissen Erfolg gehabt haben, denn bald schon denkt man an einen Sammeldruck nach Art der Jahrbücher des Literarischen Vereins, und nicht zufällig kommt der Vorschlag von Meissner:

6.) Das Ordensmitglied, Hr. Sens. Meißner, stellte den Antrag: „es wolle alle Jahre eine Auswahl von gehaltenen prosaischen und poetischen Vorträgen gedruckt und als Manuscript den Ordens-Mitgliedern mitgetheilt werden.“ Herr Ordenspräses schlägt vor, daß wieder eine Sammlung von eigenen Arbeiten herausgegeben werden soll.  Beyde Anträge sollen, dem Beschluß zufolge, in nächster Versammlung in Berathung genommen werden. […]17

Es ist wieder zu beobachten, daß man sich zwischen Antragstellung und Beschluß mindestens bis zur nächsten Sitzung Bedenkzeit läßt. Am 10. Mai 1847 heißt es dann: „[…] 4.) […] Der letztere Vorschlag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Es solle nun sobald ein Umlauf an sämtliche Mitglieder erlassen und darinnen diese um Beyträge zu dieser im Druck herauszugebenden Sammlung ersucht werden.
5.) Die Frage, ob nicht eine vollkommen öffentliche Versammlung im Katharinen-Saale gehalten werden solle? wurde mit Ausnahme einer einzigen Stimme verneint. Dagegen stimmte man wieder für vertrauliche Zusammenkünfte im Irrhain während der Sommermonate. […]“18 Was wohl in diesem Zusammenhang „vollkommen öffentlich“ heißen soll? Es bietet sich an, an eine Lockerung der Beschränkungen zu denken, die Harless ausbedungen hatte, sodaß tatsächlich jeder beliebige hätte kommen können. Dazu hätte sich wohl der Katharinensaal als besonders geräumig angeboten.

Was erst sieben Tage später klar geworden sein kann, ist der Umstand, daß sich der Irrhain zu „vertraulichen Zusammenkünften“ nur mehr bedingt eignete. Vom 17. Mai 1847 datiert ein Bericht des Pfarrers Lauter von Kraftshof, „daß der gestrige gewaltige Gewittersturm […] eine Eiche und eine große Linde niedergeworfen, wodurch aber glücklicherweise nur die Hecken u. einige Stangen im großen Gang beschädigt […] den größten Theil des Zaunes (fast 100 Stöckel) hat der Sturm ganz niedergeworfen […].“19

Andersartige Stürme kündigten sich an: „[…] Herr Mag.[istrats] Rath Schnerr las ein von ihm verfertigtes Verfassungslied, gesungen im Freyen auf dem Schmausenbuck, und ein anderes Gedicht, betittelt: „Das zweifelhafte Petitionsrecht“, vor.

13.) Zuletzt wurde beschlossen, daß am 17. dieses Monats eine öffentliche Versammlung, zu welcher bereits Vorträge vorhanden sind, gehalten werden soll.“20

Einer davon war so umfangreich, daß an seiner ungekürzten Darbietung gezweifelt werden kann; aber es heißt im Manuskript: „Vortrag im pegnesischen BlumenOrden den 17. März 1847, gehalten von J. W. Sondermann“21

Dieser Johann Samuel Sondermann war Pfarrer bei St. Jakob, auch Bezirksschulinspektor, und sprach an jenem Abend über „Das Begräbnis des Generals John Moore“. Nach einer Einleitung folgte die metrische Übersetzung des auf den General bezüglichen Gedichtes von Charles Wolf und eine Zugabe: „John Moore in Spanien. Auszug aus Thiers Geschichte des Consulats u. des Kaiserthums.“ Dieser Vortrag, auch Sondermanns späterer über Waterloo, dient in erster Linie zur Präsentation einer selbst angefertigten Übersetzung eines Gedichtes mit historischem Gehalt. Man mag in der Wahl des historischen Gegenstandes ein zeitgemäßes Interesse an der noch nicht lange vergangenen Epoche der napoleonischen Kriege bemerken, auch an deren Auswirkungen auf die moderne Verfassungsgestaltung, was eine Georg Büchner’sche Sicht nahelegt, doch eine politische Tendenz ist hier nicht zu erkennen, sondern die Bemühung um ausgewogene Darstellung der Interessen aller Beteiligten, außer, daß Napoleon bei aller Bewunderung doch als Geißel der Menschheit dargestellt wird. Die politische Neuordnung bzw. Restauration nach den napoleonischen Kriegen wird nirgendwo in Frage gestellt, stattdessen wird die Größe der gefallenen Helden hervorgehoben. Freilich kann man spekulieren, ob die Zuhörer nicht doch einen Hintersinn, einen Subtext, wahrgenommen haben, und ob dieser beabsichtigt gewesen sei.

Eine gänzlich überraschende Vorwegnahme künftiger Entwicklungen erschien schon ein Jahr früher. Im Protokoll vom 2. November 1846 heißt es:  „[…] 9.) Der Ordenspräses trägt weiter vor, daß das verehrl. Mitglied des lit. Vereins, Herr Dr. Moritz Mayer, bei dessen Zusammenkunft im Irrhain an ihn ex abrupto den Antrag gestellt habe, er wolle veranlassen,  daß der Orden sich mit dem lit. Verein verbinden und sozusagen verschmelzen möge. Nach längerer Berathung über diesen sonderbar gestellten Antrag wurde beschlossen, daß von demselbigen, als nicht in gehöriger Form geschehenen, Umgang genommen werden solle.

10.) Dem Ordenssecretair wird aufgetragen, daß derselbe besagten Dr. Mayer an die Zurückgabe eines aus dem Archiv entlehnten, schriftlichen Aufsatzes des H. Oberconsistorial-Präsidenten v. Roth erinnern wolle. […]“22

Der naheliegende Vorschlag, 1874 dann verwirklicht, stieß wohl nicht nur wegen seiner anstößigen Formlosigkeit auf Ablehnung. Es war zu diesem Zeitpunkt im Interesse des Blumenordens, sich als der nicht so attraktive, aber seriösere Zweig des Nürnberger Kulturlebens vor Vereinnahmung zu bewahren. Man war noch in der schwächeren Position. Daher auch das Signal an Herrn Dr. Mayer, was für eine wenig zuverlässige Person er sei.