Außenpolitik



Jedes Mitglied soll fähige Neumitglieder vorschlagen. Auch Auswärtige möchte er beteiligen. Zum Beispiel solle der berühmte BENJAMIN NEUKIRCH geworben werden. Dieser war ab 1703 an der Ritterakademie in Berlin tätig gewesen und lebte ab 1718 als Erzieher des Erbprinzen nahebei, beim "Erbfeind" in Ansbach (wo er 1729 verstarb). Offensichtlich hatte FÜRER das Gras wachsen hören und vielleicht eine hochpolitische Beziehung anzuknüpfen im Sinne gehabt. Das wird den anderen zu riskant erschienen sein. Ganz ausgeschlossen schien es aber mindestens zu Anfang nicht; in NEUKIRCHs Namen hatte sich ein anonymer Herr B. von ... (ob es nicht doch NEUKIRCH selber war?) nach den Aufnahmemöglichkeiten erkundigt. Man könne ihm, meint LILIDOR, ganz gut das Ehrenpreis als Blume und den Namen Gloriander' geben mit Vers 34 aus dem 4. Kapitel des Buchs Daniel zum Sinnspruch; auch die erste Zeile zu einem Gedicht über NEUKIRCH fällt LILIDOR schon ein: "Ich diene Friederich, dem großen Preiß der Preussen" -- ein hübscher Alexandriner mit Wortspiel; man darf nur nicht FRIEDRICH WILHELM I. mit seinem Sohn verwechseln, den man später mit mehr Recht so nennen mochte. NEUKIRCH war allerdings schon auf dem absteigenden Ast; zwanzig Jahre später gilt er den aufgeklärten Literaten nur noch als der Sammler und Herausgeber von schwülstigen Absonderlichkeiten in LOHENSTEINischer Manier, weil er die maßgebende Gedichtsammlung der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts besorgt hat. Aus seiner Mitgliedschaft wurde nichts.