FÜRER: Lebendigkeit in der gewandten Benützung von Gattungen



So wie CHRISTOPH VII. VON FÜRER haben damals viele junge Leute aus gehobenen Kreisen Verse gemacht, weil es einfach dazugehörte. Er aber hatte davon bereits einen hinreichenden Vorrat beisammen, bevor er auf die übliche Bildungsreise durch halb Europa ging, sodaß er zum Abschied seinen Freunden ein (auf eigene Kosten gedrucktes) Büchlein zurücklassen konnte: Vermischter Gedichte-Kranz/ bey Muß- und Neben-Stunden/ aus Lust zusammgebunden von dem Pegnesischen Blum-genossen LILIDOR. Nürnberg/ In Verlegung Georg Scheuerers Kunst-Händlers. Gedruckt daselbst bey Andreas Knorzen. Im Jahr Christi 1682 .

Vor dem Titelblatt ist ein doppelseitiger Kupferstich eingebunden, der hinter einem Barockgarten im Mittelgrund das Landschlößchen Haimendorf von Nordwesten und dahinter den Moritzberg mit seiner Kapelle zeigt, als einzigen Hinweis für den Ortskundigen, wer sich hinter dem Hirtennamen verbirgt.


(Abbildung in etwa 60% der Originalgröße.)

Erstes Beispiel: Occasionaldichtung

Zweites Beispiel: Geistliches Lehrgedicht

Drittes Beispiel: Wider den aufklärerischen Optimismus

Viertes Beispiel: Mythologische Einkleidung erotischer Gegenstände

Fünftes Beispiel: Entwertung mythologischen Materials durch Komik

Sechstes Beispiel: Eine Sprache für das Theater?

Siebtes Beispiel: Poetische Rollenverteilung überspielt Gegensätze