POESIE DER PEGNESEN

Erster Abschnitt: Galante Epoche und Frühaufklärung




Die dritte Generation der Pegnesen an der Wende zum 18. Jahrhundert hat, wie wir gesehen haben, wegen ihrer Verdienste um das bloße Fortbestehen des Ordens unsere Beachtung gewiß verdient. Wenn man aber den einen Hauptzweck einer literarischen Vereinigung im Auge behält, fragt man sich doch: Kann die Dichtung dieser Ordensmitglieder noch den heutigen Leser ansprechen; kann sie wenigstens den Vergleich mit der Dichtung der ersten Pegnesen aushalten, die ungleich stärker in der Forschung und im Gedächtnis der Nachwelt gewürdigt werden; oder kann sie gleichrangig neben zeitgenössische Gedichte von anderer Seite gestellt werden?

Diese Arbeit beabsichtigt nicht, dem Leser ein unaufrichtiges Lob verwelkter Poesie abzuringen. Nur dazu sollen einzelne Textbeispiele aus der Vergessenheit gehoben und knapp erläutert werden, damit man selbständig den Zusammenhang und Vergleich mit ähnlichen, aber zugänglicheren Gedichten finden kann. Die Auswahl ist dabei geleitet von gewissen Lesegewohnheiten und Erwartungshaltungen, die etlichen Umgang mit Texten jener fernen Zeit voraussetzen. Wer einen von Schulen oder gängigen Auslesen vermittelten Bestand bekannter Texte als Maßstab zugrundelegte, würde vielleicht nichts Erwähnenswertes finden; allzusehr beherrschen klassische und romantische Vorbilder jede Übereinkunft der breiteren lesenden Öffentlichkeit, was ein gutes Gedicht sei. So wird man aber auch HARSDÖRFER, KLAJ und BIRKEN nicht gerecht.


OMEIS: Persönliche Aussagen vorindividueller Art

FÜRER: Lebendigkeit in der gewandten Benützung von Gattungen

MUNZ: Literarisches Rokoko