Ordens-Hauptbuch



Zunächst geht es dem neuen Präses um das Anlegen eines Hauptbuches, in dem die Gesetze, die Mitglieder, die Einnahmen und Ausgaben verzeichnet stehen sollten. Was davon verwirklicht worden ist, befindet sich in Schuber LXXI des Ordensarchivs: Je ein Einnahmen- und ein Ausgabenbuch des Ordens, gebunden, 94 bzw. 86 teilweise beschriebene Blätter zum Zeitraum 1708 bis 1788. Man sieht, in Geldsachen reagierten die Pegnesen prompt. Auf die Stammliste der Mitglieder (von AMARANTES begonnen) und das Große Ordensbuch, in dem unter anderem die seit LILIDOR geltende Satzung abgeschrieben steht, mußte der Orden jedoch eine Weile warten; das wurde erst unter Präses NEGELEIN in Angriff genommen. Man führte dann diese Aufzeichnungen getrennt, zweckmäßigerweise; LILIDOR hatte noch eine Art von Hauptbuch vorgeschwebt, wie es zu seiner Zeit in Zünften geführt wurde. (Überhaupt fällt auf, wie gediegen derartige Zunftbücher und ihre Aufbewahrungsschreine samt Bildnissen der Meister ausgeführt sind; bei einem Besuch in der einschlägigen Abteilung des Germanischen Nationalmuseums kann man zweifelnd werden, ob der Blumenorden jener Zeit über die Kleinode, Weistümer und Rituale hinaus, die wohlhabende Nürnberger Zünfte auch besaßen, etwas Besonderes aufzuweisen hatte. In dieser Frage hilft es nur, auf Werke zu achten, nicht auf Archivalien.)